772 Frueihliirdert und zweiuiidzwauzigstc Nacht.
dicscm Befehle gesandt oder dem Ueberbringer zu seiner Beglaubigung einen seinerVeziere mitgcgcben. Da könnte jeder Andere, wie Nureddin, mit einem falschenBriefe Herkommen und geschwind König werden wollen. Du siehst aus Allem, Herr!daß er ein elender Betrüger ist, und kannst dich in dieser Beziehung auf mein Wortverlassen. Es ist meine Pflicht, über dich und dein Reich zu wachen. Darum beruhigedich und überlaß mir die genauere Untersuchung und Bestrafung dieses unerhörtenFrevels: alle üble Folgen, die daraus entstehen können, nehme ich auf mich."
Der König Muhammed, welcher im Herzen froh war, als er sah, daß denndoch vielleicht das Schreiben unecht und Nureddin ein Betrüger ftp, ließ sich leichtbereden, fragte aber doch um seiner Sicherheit willen den Vezier, was er mit dem!Ueberbringer des Briefes anzufangen gedenke.
Muin antwortete: „Ich will ihn unter guter Bedeckung nach Bagdad senden:ist seine Behauptung wahr, so wird er mit einem Firman und mit dem Ehrenkaftanvom Chalifcn zurückkommcn, und dann ist es für dich immer noch Zeit genug, deinBefehle zu gehorchen und die Regierung niederzulegen; wo nicht, so will ich die Straftüber ihn verhängen, welche er verdient hat."
Dem König gefiel Muins Vorschlag. Er übergab daher Nureddin der Willkürdes Veziers, der ihn mit gewaffneter Hand in sein Haus führte. Dort angclangt, riefer seine Diener herbei, ließ den Unglücklichen knebeln und so lange schlagen, bis er fürtod! da lag. Dann schickte er nach dem Gefängnißwärtcr, welcher Katit hieß, und
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