Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
762
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762 Zweihundert und ei»undzuiaiizi>Ule Nacht.

seyn."Bei dem Grabe meines Vaters und meiner edeln Vorfahren!" entgegnender Chalif,mir liegt die Erreichung meiner Absicht so sehr am Herzen, daß ich gernselber die Mühe übernehmen will. Da ich so gut den Fischer spiele, so kann ich auch

wohl den Koch machen: ich habe mich in meiner Jugend manchmal mit der Küche

abgegeben und meine Sache nicht übel gemacht." Mit diesen Worten nahm er den

Weg nach der Hütte des Gartenaufsehers, und der Großvezier und Masrur folgtenihm dahin.

Obgleich die Küche Scheich Ibrahims nicht groß war, so fanden sie doch Allesdarin, was sie zum Kochen brauchten, bis ans die kleinsten Zuthaten hinaus. Sielegten alle Drei Hand an's Werk und hatten in kurzer Zeit die Fische zugerichtet. DerChalif legte sie auf ein Banancnblatt, nahm im Garten Limonen, ging mit diesen undden Fischen wieder zu den Dreien hinauf und stellte Alles vor sie hin, damit sie nachBelieben zugreifen könnten, wo sic wollte». Sie aßen mit großer Lust, besondersNureddin und die Sklavin, und der Chalif wartete ihnen auf.

Als sie fertig waren, wuschen sie ihre Hände. Bei dieser Gelegenheit betrachteteNureddin den vermeintlichen Fischer näher und sagte zu ihm:Bei Gott, Fischer,man kann keine bessere Fische essen, und du hast uns das größte Vergnügen von derWelt gemacht." Dann trocknete er seine Hände ab, griff in den Busen und nahm vondem Gelde, das ihm Sandjar, der Thürhüter des Königs von Bassora, vor seinerAbreise gegeben hatte, drei Dinar heraus.Nimm," sagte er,und entschuldige mich,daß ich dir nicht mehr gebe! Hätte ich dich früher gekannt, als ich noch in besserenUmständen war, so würde ich die Bitterkeit der Armuth aus deinem Herzen gerissenhaben; nimm indessen dies Wenige eben so gutwillig an, als wenn es eine ansehnlichereGabe wäre. Gott gebe dir seinen Segen dazu."

Mit diesen Worten warf er dem Chalifen die drei Dinar hin. Dieser nahm sie,that, als wäre er ganz erstaunt, Gold zu sehen, küßte cs und steckte es ein. Da aberseine Absicht war, das Mädchen singen zu hören, sagte er zu Nureddin:Herr! ichkann dir nicht genug danken für deine Freigebigkeit. Es ist ein Glück, mit so edelnMännern zu thun zu haben, wie du bist. So reichlich du mich aber beschenkt hast, sohabe ich doch noch eine Bitte an dich, welche du mir ja gewähren mußt, eh' ich michentferne. Ich sehe hier eine Laute, woraus' ich schließe, daß das schöne Mädchendort darauf spielen kann. Wenn du sie dazu bewegen könntest, mir ein Stück zuspielen, so würde ich als der vergnügteste Mensch von der Welt heimgehen: die Lauteist ein Saitenspiel, welches ich leidenschaftlich liebe.