Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
760
Einzelbild herunterladen
 

700 Zweihundert und eiiiundzwanzigste Nacht.

geheißen, fubr er fori:Mich dünkt, Beherrscher der Gläubigen, da du doch dasFischen lernen willst, um ein nützliches Handwerk zu verstehen, so möchte dich dieserRock vortrefflich kleiden."

Der Chalif lachte über die sreimüthige Rede des Fischers und nahm Abschied vonihm. Nachdem Kerin, sehr zufrieden mit seinem guten Glücke, wcggegangcn war,nahm der Chalif den Fischcrkorb, that die Fische hinein und legte etwas Grünes obendrauf. Dann kehrte er zu Djafar und Masrnr zurück. Er stand vor dem Großvezicrstill, und dieser erkannte ihn nicht.WaS willst du?" sagte er zu ihm;geh' deinesWeges, Kerin, und sep froh, wenn du mit dem Leben davon kommst!" Als derChalif diese Worte Djafars hörte, fing er an zu lachen. Aufgebracht über dieFrechheit des vermeintlichen Fischers, wollte Djafar eben auf ihn losgchen, um ihnderb zurechtzuweisen, als er den Chalifen erkannte.Beherrscher der Gläubigen!" riefer aus,ist es möglich, bist du es?"Ich bin es," antwortete der Chalif,unddu bist mein Vezier und hast mich doch nicht erkannt, als ich auf dich zukam."Nein, bei Gott!" erwiderte Djafar;hättest du nicht gelacht, ich würbe dich nochnicht erkannt haben, und ich bitte dich tausendmal um Verzeihung wegen meinerUnhöflichkcit. Du kannst jetzt in den Saal gehen, ohne Furcht, daß Scheich Ibrahimdich erkennen werde."Bleibet also noch hier," sagte Harun Arraschid,währendich hinaufgche und meine Nolle spiele."

Der Chalif stieg nun die Marmorstufcn hinauf und klopfte leise an der Thüre desSaales. Nurcddin, der zuerst hörte, sagte:Scheich Ibrahim, man klopftan der Thüre des Saales." Scheich Ibrahim stand auf. näherte sich der Tbürund fragte, wer draußen sep.Ich biu's, mein Herr Scheich Ibrahim," antworteteHarun Arraschid mit verstellter Stimme:öffne nur ohne Scheu." ScheichIbrahim glaubte eine bekannte Stimme zu erkennen und rief:Die Thüre ist nichtverschlossen: nur herein!" Der Chalif öffnete die Thüre, trat herein und blieb in derEntfernung stehen.Wer bist du? und was willst du?" schnauzte Scheich Ibra bimden ärmlich Gekleideten an, ohne sich in seiner Weinlaune die Mühe zu nehmen, ihnnäher zu betrachten.Ich bin der Fischer Kerin," antwortete der Chalif.Da ichvernommen, daß du gute Freunde bewirthest, und jetzt eben einige schöne Fische gefangenhabe, so komme ich, dich zu fragen, ob du sie nicht brauchen kannst."

Nurcddin und die schöne Perserin freuten sich, als sie von Fischen reden hörten,und die Letztere sagte sogleich:Scheich Ibrahim, ich bitte dich, gewähre unö dasVergnügen, ihn näher treten und uns seine Fische sehen zu lassen." Scheich Ibrahim