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1 (1838)
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Zweihundert und zwanzigste Nacht.

Sie stiegen hinauf und hörten Beide, wie Scheich Ibrahim zu der schönenPerserin sagte:Nun, liebenswürdige Frau, hast du noch irgend etwas zu wünschen,was die Freude dieses Abends erhöhen könnte?"Bei Gott!" erwiderte AnisAldjalis,wenn wir noch ein Musikinstrument hätten, das ich spielen könnte, sowäre unser Vergnügen vollkommen."Herrin!" antwortete Scheich Ibrahim,kannst du die Laute spielen?"Wenn du eine hast," .entgegnete die schöne Perserin,so bringe sie her: du sollst es hören."

Scheich Ibrahim stand auf und entfernte sich.

Was wird er wohl jetzt beginnen?" fragte der Chalif den Großvezier.Das weißder Himmel!" lautete Djafars Antwort, die von einem tiefen Seufzer begleitet war.

Nachdem Scheich Ibrahim eine Weile weg gewesen war, kam er wieder undhatte eine Laute in der Hand. Der Chalif sah aufmerksamer hin und erkannte, daß esdie Laute seines Gesellschafters Abu Jshak war, auf welcher dieser seinem Herrnvorzuspielen Pflegte, wenn er den Abend in dem Gartensaal zubrachte.

Scheich Ibrahim reichte die Laute der schönen Perserin dar, welche sogleichanfing, die Saiten zu stimmen. Unterdessen wandte der Chalif sich an den Großvezicrund sagte zu ihm:Djafar! das Mädchen wird auf der Laute spielen und singen:spielt und singt sic schlecht, so lass' ich euch alle zusammen hängen; macht sie ihre Sachegut, so will ich ihr verzeihen, so wie dem jungen Mann um ihretwillen; dich aber lassich sicherlich aufknüpfen."Beherrscher der Gläubigen!" erwiderte der Großvezier,wenn dem so ist, so bitte ich Gott, daß sie schlecht spielen und singen möge."Warum das?" fragte der Chalif.Je mehr wir unser sind," entgegnete derGroßvezier,desto leichter werden wir uns trösten können, in schöner und guterGesellschaft zu sterben." Der Chailf, welcher gute Einfälle liebte, lachte über dieseAntwort; dann wandte er sich wieder nach den Fenstern des Saales und setzte sichzurecht, um der schönen Perserin zuzuhörcn.

Das Vorspiel ließ den Chalisen nicht lange in Zweifel darüber, daß sie meisterhaftspielte. Hierauf fing sie an zu siugen und begleitete sich selbst mit der Laute dazu.Sogleich der erste Ton ihrer wundervollen Stimme zog Aller Ohr und Herzen zu ihrhin; der Inhalt des Liedes aber war folgender:

O ihr. die ihr armen Unglücklichen Hülfe und Beistand gewähret, wirsind des Guten nicht unwürdig, das ihr uns erweiset.

»Wir baden uns in euren Schutz begeben: darum rechtfertiget unser Zutrauenund laßt euch unsre Noth zu Herzen gehen.