Zweihundert
neunzehnte Nacht.
Schehersad erzählte weiter: „Dort sitzest du nicht gut," fuhr Nureddin fort,„und wir können so nicht die Ehre haben, dich zu sehen; komm' doch näher, ich bittedich darum, und setze dich neben meine Frau: sie wird es nicht ungerne sehen." —„Wenn ihr's denn durchaus haben wollt," sagte Scheich Ibrahim, „so muß ichnachgeben, um nicht eigensinnig zu erscheinen." Er näherte sich, und indem er vorVergnügen schmunzelte, bei einer so schönen Frau zu sepn, setzte er sich in einigerEntfernung von Anis Aldjalis. Nureddin bat sie, zum Dank für die Ehre,welche Scheich Ibrahim ihnen erwies, ein Lied zu singen, und sie sang eines, dasihn zum Entzücken hinriß.
Als die schöne Perserin ihren Gesang vollendet hatte, schenkte Nureddin Weinin eine Schale und bot sie Scheich Ibrahim dar mit den Worten: „ScheichIbrahim, koste einmal diesen Wein und trink' auf unsre Gesundheit, ich bitte dichdarum!" — „Herr!" erwiderte der Alte, indem er zurückschauderte, als wenn der bloßeAnblick des Weins ihm schon ein Gräuel wäre, „ich bitte dich, mich zu entschuldigen;ich habe dir schon gesagt, daß ich seit meinem dreizehnten Jahre so etwas nicht gethanhabe: du wirst mich nicht bereden wollen, in meinem hohen Alter ein Gelübde zubrechen, dem ich so lange gewissenhaft treu geblieben bin." — „Weil du denn durchaus