Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
741
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Fwcrh »udert und achtzehnte Nacht. 7-l-l

Sic tranken zu wiederholten Malen und unterhielten sich vergnüglich mit einander.Der Wein röthete ihre Wangen und schloß ihr Herz auf; sie blickten liebevoll Eines indes Andern Auge und drückten sich, zärtlich die Hand. Allmählich wurden ihre Wortezum Lied, und sie sangen sich abwechselnd zu.

Da sie Beide eine ausgezeichnet schöne Stimme hatten, besonders aber AnisAldjalis, so lockte ihr Gesang Scheich Ibrahim herbei, und er hörte ihnen langemit Vergnügen von der Treppe zu, ohne sich sehen zu lassen. Als aber die Unterhaltungseiner beiden Gäste immer lebhafter wurde, und er besonders bei Nureddin ans dieVermuthung gerieth, er habe des Guten etwas zu viel gcthan, so wagte er es endlichdoch, seiner Neugierde nachzugebcn, und steckte den Kopf durch die Thüre.So ist'sRecht, Herr!" rief er Nureddin zu;es freut mich, zu sehen, daß ihr so lustig sepd."

Ach, Scheich Ibrahim!" rief Nureddin, indem er sich nach ihm umdrehte;was für ein braver Mann du bist, und wie sehr wir dir verbunden sind! Du hastdich zwar schon erklärt, daß wir es nicht wagen dürfen, dich zu bitten, du möchtestEins mit uns trinken; aber darum kannst du doch hereintreten. Komm' näher underzeige uns wenigstens die Ehre, uns Gesellschaft zu leisten."

Macht nur fort, macht fort!" erwiderte Scheich Ibrahim;ich habe genugan dem Vergnügen, eure schönen Gesänge zu hören." Und mit diesen Wortenverschwand er wieder, ohne jedoch die Thüre ganz zu schließen, damit er nicht gehindertwäre, ihnen zuzuhören.

Die schöne Perserin bemerkte durch den Spalt, daß Scheich Ibrahim auf derTreppe stehen blieb, und benachrichtigte Nureddin davon.Herr," setzte sie hinzu,du siehst, daß er einen Abscheu vor dem Weine bezeugt; dennoch würde ich michanheischig machen, ihn zum Trinken zu bringen, wenn du thun wolltest, was ich dirsage."Und was denn?" fragte Nureddin;du darfst es nur sagen, ich thueAlles, was du willst."Berede ihn nur, hereinzutreten und bei uns zu bleiben,"sagte sie;eine Weile darnach schenke zu trinken ein und biete ihm die Schale dar;weigert er sich, sie anzunehmen, so trinke du selbst und thue dann, als ob du cinschliefest;für das Uebrige laß mich sorgen."

Nureddin errieth die Absicht der schönen Perserin und ging ohne Umstände aufden Scherz ein, den sie mit ihrem gewissenhaften Wirth vorhatte. Er rief ScheichIbrahim, der gleich wieder an der Thür erschien.Scheich Ibrahim," sagte erzu ihm,wir sind deine Gäste, und du hast uns auf die höflichste Weise von der Weltausgenommen: kannst du uns nun die Bitte abschlagen, uns mit deiner Gesellschaft zu