Zweihundert und srebenzehnte Nacht.
Schehersad fuhr fort: Nureddin war hoch erfreut, zu vernehme», daß dieFahrt nach Bagdad gehe, und erklärte dem Hauptmann seinen Wunsch, sich mit seinerSklavin einzuschiffen: denn er sey Willens, eben dahin zu reisen. Dies sagte er abernur, um jeden Verdacht von sich abzuleiten, als ob er so gar große Eile hätte: denn erbatte nicht entfernt daran gedacht, einen Ort auszuwählen, wohin er sich fluchten wolle,sondern vielmehr beschlossen, das erste beste Schiff zu besteigen, das ihn am schnellstenweiter bringe. Um so lieber war es ihm nun, daß er Gelegenbeit fand, gerade andenjenigen Ort zu kommen, wo er, ohne sich allzuweit von der Heimatb zu entfernen,am meisten Schutz und Sicherheit zu finden hoffen durfte.
Der Schiffshauptmann zeigte sich sehr bereitwillig, die beiden Reisenden noch anBord zu nehmen. Ueber den Preis der Neberfahrt wurde nicht lange unterhandelt, daNureddin gern Alles bezahlte, was verlangt wurde, wenn er nur fortkam. Nachdemer daher mit Anis Aldjalis eingestiegen war, wurden die Segel gespannt, die Ankergelichtet, und das Schiff bewegte sich, wie ein Vogel mit seinen Flügeln.
Ein behagliches Gefühl von Rettung und Freiheit durchströmte iu diesem AugenblickeNureddins Brust, während er der Worte des Dichters gedachte:
„Sieb' dieses Schiff und erstaune über den wunderbaren Anblick: cs kommtin seinem Laufe dem Winde zuvor.
»Es gleicht einem Vogel, der seinem Nest entsteigt und mit Blitzesschnelleüber das Wasser dahinstrcicht."