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1 (1838)
Entstehung
Seite
723
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Zweihundert und sechzehnte Nacht. 7S3

Warum das?" fragte Nureddin;was gibt es denn, das mich zwingt, meineAbreise so sehr zu beschleunigen?"

Flieh', sage ich dir," versetzte Sandjar,und nimm deine Sklavin mit dir!Mit zwei Worten: Muiid hat so eben dem König nach seinem Belieben erzählt, waszwischen ihm und dir vorgefallen ist; und der Hauptmann der Leibwache mit vierzigSoldaten folgt mir auf dem Fuße, um sich deiner und ihrer zu, bemächtigen."

Zugleich erinnerte er ihn an die wohlbekannten Verse eines Dichters:

Fürchtest du eine Gewaltthat, so suche dein Leben zu retten; verlasse balddie Wohnung, die du gebaut!

Denn leicht kannst du ein Land mit dem andern vertauschen; für dein Leben^ gibt's aber kein zweites.

Sende keinen Boten in einer ernsten Angelegenheit: wo cs das Leben gilt,kann Keiner den Andern vertreten.

Nur daher kommt cs, daß des Löwen Racken so stark ist, weil er seineAngelegenheiten selber besorgt." '

Sandjar griff hierauf in seinen Gurt, zog 40 Dinar heraus und reichte sieNureddiu mit den Worten:Da, nimm diese 40 Dinar und suche damit irgend

einen Zufluchtsort zu erreichen; gern würde ich dir mehr geben, wenn ich es vermöchte.

Entschuldige mich, wenn ich nicht länger verweile; aber wir haben keine Zeit zuverlieren. Macht, daß ihr fortkommt, und Gott sey mit euch! Ich kehre schnell aufmeinen Posten zurück, damit mich der Hauptmann nicht sehe."

Damit verließ Sandjar Nureddin, ohne ihm Zeit zu lassen, seinen Dank fürdiesen ausgezeichneten Beweis von Treue und Ergebenheit auszudrücken. Der treueDiener drückte sich an de» Häusern hin und schlug die abgelegensten Straßen derStadt ein, wie wenn er das größte Verbrechen begangen hätte, während er sich doch inseinem Innern bewußt war, eine gute That gethan und die Pflicht der Dankbarkeiterfüllt zu haben. Sein Muth wurde dadurch belohnt, daß er unbemerkt in den Palastdes Königs zurückkam, wo man rhu zum Glück auf seinem Posten noch nicht vermißthatte.

N.nreddin eilte zu Anis Aldjalis und setzte sie von der Notwendigkeit in

Kcnntniß, augenblicks mit ihm zu entfliehen. Die schöne Perserin war bereit, ihm zu

' Vergl. 42ste Nacht, Seite 184.