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1 (1838)
Entstehung
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722
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722 Zweihundert und sechzehnte Nncht.

darauf bedacht, die Beleidigung, welche seinem Diener und in demselben ihm selbstwiderfahren war, an demjenigen zu rächen, den er für den Schuldigen halten mußte,wandte er sich zu dem Hauptmann der Leibwache, der den Dienst im Palast hatte undim Zimmer zugegen war, und sprach zu ihm:Nimm vierzig Mann von meiner Wacheund begib dich mit ihnen auf der Stelle in die Wohnung Nureddin Ali's. LaßAlles auspliindern und das Haus niederreißen; ihn selbst aber ergreife sammt seinerSklavin und schleppe sie gebunden her vor mein Angesicht!"

Die Soldaten schickten sich an, den Befehl des Königs zu vollziehen; aber noch warder Hauptmann der Wache nicht aus dem Zimmer des Königs, als ein Tbürhüter,welcher Alles mit angehört hatte, ihm zuvoreilte. Dieser hieß Ilm Addin Sandjarund war vormals Sklave des Veziers Badhladdin gewesen, der ihn in den Palastdes Königs gebracht hatte, wo er allmählich so emporgcstiegcn war.

Sandjar, voll Erkenntlichkeit gegen seinen alten Herrn und voll Eifers fürNureddin, den er hatte aufwachsen sehen, und seit lange wohlbekannt mit dem HaffeMuins gegen das Haus Badhladdins, konnte diesen Befehl nicht ohne Schauderanhören.Nureddins Handlung," sagte er bei sich selber,kann so schwarz nichtsepn, als Mn in sie darstcllt; er hat gewiß das Urtheil des Königs wie gewöhnlichdurch Unwahrheit bestochen, und der König wird in seinem Wahne Nurcddjnhinrichten lassen, ohne ihm Zeit zu gönnen, sich zu rechtfertigen."

Seine Gedanken reiften schnell zur Thal. Unbemerkt entfernte er sich aus demZimmer des Königs und sputete sich so sehr, daß er noch zeitig genug bei Nureddin

! ankam, um ihn zu benachrichtigen, was so eben bei dem König vorgegangen scy, und

ihm Gelegenheit zu verschaffen, sich mit der schönen Perserin zu retten.

Er klopfte so stark an die Thüre, daß Nureddin, welcher schon seit langer Zeitkeine Bedienten mehr hatte, ungesäumt selber kam und öffnete. Furcht kannte er nicht;doch mochte es ihm vielleicht nicht ganz wohl zu Muthe seyn, wenn er bedachte, wclchi^Folgen sein Benehmen gegen den Vezier haben könnte, da ihm die Arglist und iGewaltthätigkcit dieses mächtigen Mannes gar zu gut bekannt war. Seine Uebcrraschung! verwandelte sich daher in freudiges Erstaunen, als er die bekannten Züge des ehemaligen

j Dieners seines Vaters erblickte. Er grüßte ihn herzlich und fragte:Was führt dich

^ zu mir, treuer Sandjar? Kommst du vom König? Und warum so eilig?"

Mein lieber Herr," erwiderte Sandjar,ich habe mich beimlich fortgemacht,um dir einen Wink zu geben. Du bist nicht mehr sicher in Bassora: flieh' und rettedich, ohne einen Augenblick zu verlieren!"