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1 (1838)
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694
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694 Zweihundert und elfte Nacht.

wie man eben darin lebt. Trockne also deine Thränen und nehme wieder das fröhlicheWesen an, welches stets überall Freude verbreitet hat, wo du hingekommcn bist."

Nureddin erkannte die Trostgründe seines Freundes als sehr gut und würde sichauch bei der Befolgung der verständigen Nathschläge, die er ihm gab, wohl befundenund alles Mißgeschick, das ihn später traf, vermieden haben, hätte er sich dieselben sozu Nutze gemacht, wie sie cs erforderten. Er ließ sich ohne Mühe bereden; er bewirthetesogar seinen Freund, und als dieser sich entfernen wollte, bat er ihn, am folgendenTage wieder zu kommen und drei oder vier ihrer gemeinschaftlichen Freunde mitzubringen.

Nureddin ließ die Wohnung, wo er sonst mit seinen Bekannten zusammenzukommenpflegte, wieder mit allem Erforderlichen versehen und bildete sich allmählich eineGesellschaft von zehn Freunden, sämmtlich Kauflcutcn und ungefähr von demselben Alter,wie er. Mit diesen verlebte er die Zeit in steten Festen und Lustbarkeiten, die er sichungeheure Summen kosten ließ. Es verging sogar nicht leicht ein Tag, an welchen,nicht jeder derselben noch außerdem mit einem reichen Geschenke von Nureddin nachHause zurückkehrtc.

Um seinen Freunden noch mehr Unterhaltung zu verschaffen, ließ Nureddinmanchmal die schöne Perserin kommen: aus Gefälligkeit gegen ihn gehorchte sie, billigteaber diese übermäßige Verschwendung keineswegs und sagte ihm auch ihre Meinunghierüber unumwunden.Ich zweifle nicht," sprach sie zu ihm,daß dir der Vezier,dein Vater, große Reichthümer hinterlassen hat; aber, wie groß sie auch sepn mögen,nimm nicht übel, wenn eine Sklavin dir vorstellt, daß du sie bald auf der Neige sehenwirst, wenn du fortfährst, ein solches Leben zu führen. Man kann manchmal, seineFreunde bewirthen und sich mit ihnen erlustigen; aber, eine tägliche Gewohnheit darausmachen, heißt auf der breiten Heerstraße in das tiefste Elend hinabrennen. Für deineEhre und für deinen Ruf würdest du viel besser daran thun, in die Fußtapfen deinesverstorbenen Vaters zu treten und dich in den Stand zu setzen, um auch zu den Würdenzu gelangen, in denen er sich so viel Ruhm und Ansehen erworben hat."

Nureddin hörte die schöne Perserin lächelnd an, und als sie geendet hatte,entgcgnete er-, indem er fortfuhr zu lächeln:Liebreizende Anis Aldjalis, lassen

wir dies Gespräch; reden wir nur davon, wie wir uns das Leben angenehm machenwollen. Mein verstorbener Vater hat mich stets in großem Zwange gehalten; seineStrenge hat meine Jugend verkümmert: ich freue mich, endlich der Freiheit zu genießen,nach welcher ich vor seinem Tode so oft geschmachtet habe. Ich werde immer noch Zeitgenug haben, mich auf ein so regelmäßiges Leben cinzuschränken, wie du mir räthst;