Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
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MM

Iweihnnderl und elfte Nacht.

Schehersad erzählte weiter: Als Nureddin einst im Hause seines Vaters

saß, klopfte Jemand an der Thür und begehrte Zutritt zu ihm. Nureddin ließanfragen, wer cS wäre, und als er erfuhr, daß es einer seiner vertrauten Freundevon früherer Zeit her sey, so erlaubte er endlich, daß man ihm öffnete. Nachdem derFreund Nureddin herzlich bewillkommt und ihm die Hand geküßt hatte, bezeugteer seine Verwunderung darüber, ihn noch immer so niedergeschlagen und einsam zufinden, und bemühte sich, ihm Trost einzusprcchen. Da er wahrnahm, daß seine Wortekein »»geneigtes Gehör fanden, so stellte er ihm vor: nachdem er dem Andenken seinesVaters alle schuldige Ehre erwiesen und vollständig Alles erfüllt hätte, was derWohlstand erheische, so wäre es nunmehr Zeit, daß er wieder in der Welt erschiene,seine Freunde besuche und den Rang geltend mache, auf welchen seine Geburt und seinReichthum ihm Ansprüche gäben.Wer einen Sohn hinterläßt, wie du bist, der stirbtnicht," fuhr er fort.Darum laß das Trauern! Allerdings würden wir gegen dieGesetze der Natur und selbst gegen die bürgerlichen Einrichtungen uns versündigen,wenn wir unfern Vätern nach ihrem Tode nicht die Pflichten der kindlichen Zärtlichkeitleisteten, und man würde uns mit Recht für gefühllos halten. Aber, wenn wir unsderselben entledigt haben, und man uns dcßhalb keinen Vorwurf mehr machen kann, sosind wir verbunden, die vorige Lebensweise wieder anzufangcn und in der Welt zu leben,