Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
690
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690 Zw eil, lindert und zehnte Nacht.

Prüfe bei Allem, was du thust, deine Absicht und bedenke die Folgen! Die Dauer desmenschlichen Gebens ist im Himmel beschlossen, und weder irdische Größe und Macht,noch alle Schätze der Welt vermögen den Todcskclch an uns vorbeizuführen, den Jedertrinken muß, der vom Staube geboren ist. Ich gedenke folgender Verse eines Dichters,der da sagt:

»Ich fühle meinen Tor; erhaben ist nur der, der nie stirbt; ich aber kanndem Tode nicht entgehen.

»Wahrlich, in, der Hand des Todes hört ein König auf, König zu sehn;

. ein König aller Könige ist nur der, der nie stirbt."

Zuletzt bitte ich dich noch, daß du dein mir gegebenes Versprechen in Betreff derschönen Perserin haltest. Ich sterbe zufrieden, wenn ich mich darauf verlassen kann, daßdu es nie vergessen wirst."

Nureddin, welcher untröstlich darüber war, den Tod seines Vaters so nahe vorAugen zu sehen, erwiderte mit von Thränen und Seufzern unterdrückter Stimme:Mein Vater, mein Vater! Ich gelobe dir nochmals feierlich, daß ich nie vergessenwerde, was ich dir versprochen habe. Ich hoffe zu Gott, daß er deine Wünsche erhörenund mich in der Erfüllung meines Gelübdes stärken wird."