Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
691
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Jiveihundert und zehnte Nacht. 6!)i

Diese Worte seines Sohnes verbreiteten ein heiteres Lächeln auf dem Antlitz dessterbenden Greises. Er drückte Nureddin noch einmal zum Abschiede die Hand, sprachaber nichts mehr und legte sein Haupt in die Kissen zurück. Wenige Augenblicke darnachverschied er und versetzte sein Haus, den Hof und die Stadt in unaussprechliche Trauer.Der König betrauerte ihn als einen weisen, eifrigen und treuen Diener; die kleinenKinder weinten in ihren Schulen, die Männer in den Moscheen und die Weiber inihren Harems. Am tiefsten aber empfand man den Verlust des liebevollen Vaters undGebieters in dem Palaste B a d h lad di n s. Seine Gemahlin und Anis AldjaliSzerschlugen sich Brust und Angesicht vor Schmer; und Betrübniß, und alle Gänge undZimmer des Hauses erschollen von dem Klagegeschrei der Sklavinnen. Nureddin warganz betäubt und niedergeschmcttert, und brauchte lange Zeit, bis er sich in so weiterholte, daß er im Stande war, als Sohn die letzten Pflichten gegen den dahingeschiedcuenVater zu erfüllen. Daun bereitete er Alles zu seiner glänzenden Bestattung vor.Niemals ward in Bassora ein ehrenvolleres Leichenbegängnis) gesehen. Die Veziere,die Emire und alle Große des Hofes inögesammt bceiferlen sich, Einer nach dem Andernseinen Sarg auf den Schultern bis zur Begräbnißstätte zu tragen, und alle Bewohnerder Stadt, von den Reichsten bis zu den Acrmsten, gaben ihm mit Thräne» daS Geleit.

Als der Leichnam mit Erde bedeckt war, hielt einer der Anwesenden eine Trauerrede,in welcher folgende Verse vorkamen:

»Am Donnerstage nahm ich von meinen Freunden Abschied, und man wuschmich auf dem Waschgcrüstc.

»Man zog mir dann die Kleider aus, mit denen ich bedeckt war, undlegte mir ein Gewand an, welches nicht das mcinigc war.

Auf vier Schultern trug man mich nach dem Betörte, und Einige betetenfür mich ein Gebet, wobei kein Niederhalten ist. Gott sep euch gnädig, ihrAlle, die ihr meine Freunde wäret!

»Endlich brachte man mich in ein gewölbtes Gemäuer, an welchem dieZeit vorübergeht, und dessen Thüre nie mcbr geöffnet wird."

Als dic Begleitung sich entfernt hatte, und Nureddin, von Schmerz undKummer ganz zerknirscht, wieder nach Hause gekommen war, gedachte er folgenderVerse eines Dichters:

»Am Donnerstag Abends ist er geschieden, und wir habe» einander aufimmer Lebewohl gesagt.