Zweihundert und siebente Tlncht. 671
Tag für Tag Wcin, junge Hahnen und verschiedene schöne Kleider erhielt, und soverging einige Zeit.
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Der Bezier hatte aber einen Sohn, der dem Rund des Mondes glich, mit
leuchtendem Gesichte, rothen Wangen und einem Grübchen darin wie Ambra. Die
! Haare wallten ihm in vollen Locken über die Schultern, und seine ganze Gestalt entsprach !
! dem Bilde, das ein Dichter von ihm entwarf: j
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„Er entzückt wie der Mond mit seinen Blicken; er ist schmiegsam wie ein !
Baumzweig, verführerisch, wenn er sich hin und her schaukelt. !
„Er glänzt wie Gold; nur seine Haare sind schwarz.
„Süß ist sein ganzes Wesen; sein Wuchs gleicht einer Lanze.
^ „So hart sein Herz.ist, so zart ist die Bewegung seiner Glieder. O, warum
i wendest du dich nicht mir zu?
! „Wäre die Zartheit der Bewegung in seinem Herzen, er würde niemals
eine Liebende grausam behandelt haben. !
„O du, der mich tadelt, weil ich ihn liebe, entschuldige mich doch: schonhat die Liebe einen zu festen Wohnsitz in meinem Herzen.
«Niemand ist schuldig, als mein Blick und mein Herz; doch wen klage ich an?bin ich cs nicht selbst?"
Der Jüngling wußte nichts davon, wozu die Sklavin bestimmt war. Zu dieseraber hatte sein Vater gesagt: „Es kann kein größeres Glück für dich geben, als das,welches ich dir verschaffen will. Wisse, es ist der König Muhamed, für welchen ich dichgekauft habe, und ich hoffe, er wird noch weit zufriedener damit seyn, dich zu besitzen,als ich es bin, mich des schwierigen mir von ihm gegebenen Auftrags so glücklich entledigtj zu haben. Damit ich aber meinen Zweck vollkommen erreiche, so muß ich dir sagen,daß ich einen Sohn habe, dem es zwar nicht an Geist fehlt, der aber jung, flatterhaftund so leidenschaftlich ist, daß er bei deinem Anblick in Feuer und Flammen gerathenkönnte und nicht «blassen würde, bis er sein Ungestüm in einer Thorheit gekühlt hätte.Nimm dich also wohl in Acht vor ihm, hüte dich, ihm dein Gesicht zu zeigen oder ihndeine Stimme hören zu lassen, und bedenke, wofür du bestimmt bist."
Mit diesen Worten warnte der Vezier die Sklavin vor seinem Sohne. Dieschöne Perserin dankte ihm für die Weisung, und, nachdem sie ihn versichert hatte, siewerde derselben gehorsam folgen, verließ er sie.