664 Lwcihundert und fünfte Nacht.
I wie der Mann. Wollte man aber der andern Meinung beitreten, so hieße dies so viel,
! als den Menschen zum Thibr herabwürdigen und die Vernunft, mit der der Menschbegabt, mit Füßen treten. So äußerte sich Badhladdin, während Muin die andereAnsicht vertrat. Der König pflichtete dem Elfteren bei, und sagte zu ihm: „Ich möchteschon lange ein Mädchen besitzen, das mit Schönheit des Körpers auch Schönheit derSeele verbände und die Eigenschaften besäße, wie du sie eben schildertest, daß sie nichtallein an Schönheit, sondern auch an Verstand und Tugend Alle übertreffe. Suche'daher ein solches Mädchen mir zu kaufen." Muin wurde eifersüchtig auf Badhladdin^daß der König ihn mit einem solchen Aufträge beehre. Er wandte sich nun an denKönig und sagte: „Ein Mädchen von solch ausgezeichneten Eigenschaften wird sich
wohl schwerlich finden lassen. Fände sich aber je eine solche, so kostet sie gewiß an10,000 Dinar." — „Du hältst ohne Zweifel diese Summe für eine Sklavin viel zu
hoch; dies kann seyn, da du so hohe Anforderungen an ein Mädchen nicht machst: mir,
aber kommt diese Summe nicht zu hoch vor." Er rief hierauf sogleich seinen Schatzmeisterund befahl ihm: „Gib an Badhladdin aus meinem Schatze 10,000 Dinar." Dieserholte das Geld, zählte es vor, und als Badhladdin es in Empfang genommen,schickte er es nach Hause.
Badhladdin, um dem Befehle seines Herrn zu gehorchen, begab sich jeden Tagauf den Markt und beauftragte alle Makler, die schönste und gebildetste Sklavin für ihn
auszusuchen und keine verkaufen zu lassen, wenn sie auch 10,000 Dinar oder mehr koste,
bevor sie ihm vorgestcllt worden sey.