Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
662
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! 062 Zweihundert und fünfte Macht.

jDieses Meer schien mit einem Wald von Schiffen bedeckt: die Lanze»

! waren die Mastbäume, die Fahnen die Segel.

Die Zeit hatte geschworen, einen ihm Aehnlichcn wieder hervorzubringcn;aber, o Zeit! du wirst meineidig, denn du wirst deinen Schwur nicht haltenkönnen; bereue daher und thu' Buße!"

Um einer besseren Verwaltung seines Reiches versichert zu seyn, übertrug er dieselbean zwei Veziere, statt bloß an einen; der eine hieß Muin, Sohn Sawi's, und derandere Badhl, Sohn Chakans.

Badhl war einer der besten Menschen seiner Zeit. Mit seltener Treue verwaltete! er seine hohe Stelle. Ohne in den Gang der Gerechtigkeit einzugreifen, war er mild^ und nachsichtig. Großmiithig und freigebig, wußte er sich überall Freunde zu erwerben.Diese Eigenschaften, in Verbindung mit seinem reinen, tugendhaften Lebenswandel,erwarben ihm die Achtung seiner Untergebenen in hohem Grade. Bei Hofe, wie in derStadt und im ganzen Königreiche, verehrte und liebte man ihn von ganzem Herzen;denn er war der Beförderer alles Guten und der Schutz gegen alles Böse, wieein Dichter ihn beschreibt:

Er ist ein Mann wie ein Fels; dessen Charakter aus Gottesfurcht undHoheit besteht, so dass die Zeit sich mit ihm traut und stolz auf ihn ist.

Nie nahte sich ihm vertrauensvoll ein Unglücklicher, der nicht an seinenThüren Trost fand."

Muin aber besaß einen ganz andern Charakter. Er war mürrisch, mißtrauisch,geizig, schmutzig, verschmitzt, boshaft und dumm zugleich. Er suchte nur Böses zu thun,nie ging ihm ein wahres oder ein schönes Wort aus dem Munde. Vom schmutzigstenGeize beseelt, machte er von seinen aufgehäuften Reichthümern keinen würdigen Gebrauch.Alle Leute behandelte er schnöde; daher ihn Jedermann mied und scheute. Diegrößte Verachtung zog er durch seinen glühenden Haß gegen Badhl auf sich, dessenHandlungsweise er stets falsch auszulegcn suchte und den er überhaupt hinter seinemRücken verleumdete, wo er konnte, um seine Stellung durch schlechte Dienste, die erihm zu erweisen suchte, zu untergraben, wobei er listiger als ein Fuchs zu Werke ging.Ein alter Dichter sagt von ihm:

!Er ist ein Auswürfling; er ist ein schlechter Sohn des Schattens.

Ein Vagabund, der seinen Ursprung Hin- und Hcrreisenden verdankt.

Kein Haar an seinem Leibe wächst, das nicht das Gepräge der Abstammungtrüge."