656 Zweihundert und vierte Nacht.
damit dein verklärter Geist Ruhe finden möge!" Der Juwelier verließ sic hierauf, „innach Hause zu gehen. Voll tiefer Bekiimmerniß dachte er über das traurige Schicksaleines so vollkommenen und liebenswürdigen Prinzen nach, der in der Blüthc seinerJahre aus leidenschaftlicher Liebe habe sterben müssen.
In sich gekehrt und in tiefen Gedanken, bemerkte er kaum, daß ihn unterwegsJemand bei der Hand ergriff. Als er in die Höhe blickte, sah er eine Frau imTrauergewande mit einem von Gram abgehärmtem Gesichte vor sich stehen, in der ersogleich die Vertraute Scheins Unnahars erkannte. Dieser Anblick und ihre Thränen,die sie fortwährend vergoß, riefen auch bei ihm neuen Kummer hervor. Er wagte, ausFurcht neue Trauerkunde zu vernehmen, nicht ein Wort an sie zu richten und gingstillschweigend ohne Aufenthalt mit ihr fort, bis in seine Wohnung.
Als sie Platz genommen, ergriff der Juwelier zuerst das Wort, indem er die Vertrautefragte, ob sie schon wisse, wie es Ali ergangen. Sie verneinte dies. Bei Erzählungseines Todes rief sie in großem Jammer aus: „Wie, Ali todt! Da hat er seine treueGeliebte nicht lange überlebt; ihre beiden Seelen sind nun wieder vereinigt, um niemehr getrennt zu werden. Sie werden sich nun ewig lieben können."