Zm e 1 1) » Iid crt unv erste Nacht. !
Der Juwelier sprach Ali Much und Geduld ein, und sagte-. „Mein Herr, sep einMann! Sep in der Trauer, wie in der Freude ruhig!" Ali sah ihn an und sprachfolgende Verse:
„Ist der Thräncnstrom mit dem, der kh» vergießt, verwachse», oder kanner aus schöner Standhaftigkeit zurückgcwicsc» werden? Mancher hat schon seinGehcimniß zusammengedrängt und versiegelt: da hat sein Auge aufgerissen,was er verschlossen, und so oft er die Thränen zuriickhaltcn wollte, kam derLicbcsschmerz dazwischen und hinderte ihn."
Der Juwelier, in dem die Reden Ali's ernstliche Besorgnisse erregten, suchte ihninsbesondere dadurch zu trösten, indem er ihm von ferne einen Hoffnungsschimmerzeigte, vielleicht doch wieder mit Scheins Unna har Zusammentreffen zu können, oderwenigstens Nachricht von ihr zu erhalten. Er vermuthe, die Vertraute sep schon beiihm gewesen, um Nachrichten von Scheins Unnahar zu überbringen, er wolle daherohne Zeitverlust nach Hause gehen. Als er hierauf Abschied nahm, sagte Ali zu ihm:„Ich lasse dich gehen; aber eile, daß du bald wieder kommst, denn du siehst, in welchemZustande ich mich befinde: und solltest du sie sehen, so bitte ich, ihr aufzugeben, ScheinsUnnahar zu sagen, daß, obgleich er, wie er nicht anders erwarte, bald sterben, ersie doch bis zum letzten Athemzuge und noch im Grabe lieben werde."
Kaum zu Hause angekommen, erschien auch wirklich Scheins Unnahars Vertrautebei dem Juwelier, aber mit verstörter Miene und thränendem Blicke, woraus er sichnichts Gutes weissagte. Beunruhigt hierüber fragte er sie daher, was ihr fehle und obetwas Unangenehmes vorgefallen. Aengstlich, erschrocken und mit durch heftiges Weinenbeinahe erstickter Stimme antwortete sie zitternd: „Alles ist verloren! Was du befürchtet,ist eingetroffcn! Meine Herrin, Ali, du und ich — wir Alle werden zu Grunde gehen!Erfahre denn die traurige Botschaft, wie ich sie in der Verwirrung dir zu geben imStande bin. Als ich dich verließ und zu Scheins Unnahar in den Palast zurückkehrte,traf ich sie, wie sie eben Befehl ertheilte, eine der beiden Sklavinnen, die bei jenemAbenteuer bei uns waren, eines Vergehens wegen zu züchtigen. Diese aber, über eine ^solche Behandlung entrüstet, entfloh durch eine offene Thüre des Palastes und begab!sich zu einem der Thürwächter, der ohnedies uns nicht hold war. Dieser verbarg dieSklavin und wußte ihr durch Schmeichelei, Zureden und Versprechungen das ganzeGeheimniß und den Vorgang in jenen beidsn Nächten zu entlocken. Er ging hieraufsogleich mit ihr zum Fürsten der Gläubigen. Dieser zwang sie durch Drohungen, Alles