Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
646
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Zweihundert und erste Nacht.

MM

zu gestehen/ was sie auch that/ indem sie den ganzen Liebeshandel unserer Herrin, undwas sich dabei zugetragen, mit Anführung aller einzelnen Umstände, entdeckte. Heut^wurde nun Scheins Unnahar in die Wohnungen des Chalifen gebracht, ohne daßich mir einen andern Grund, als den eben angeführten, denken kann. Der Chalif

besucht sie nicht, läßt sie aber von zwanzig Dienern bewachen. Ich wußte mich ungesehenwegzustehlen und eilte hieher, um dir Alles mitzutheilcn und dich um Rath zu fragen, waswohl in solch einer trostlosen Lage anzufange» seyn dürfte. Ich bin, wie dir nicht unbekannt,ihre einzige Freundin und als solche in alle ihre Geheimnisse eingewciht. Meine letzteBitte ist nun: daß du ohne Aufschub zu Ali gehst, ihn von dem Vorfälle benachrichtigstund ihn aufforderst, alle Vorsicht zu gebrauchen, sich seine Güter zu retten. Sonst mußtdu aber gegen Jedermann das größte Stillschweigen beobachten. Auf jeden Fall aberwirst du uns getreu bleiben und uns in dieser Noch nicht stecken lassen."

Der Juwelier antwortete:Dieses hlnglück ist so groß, daß es mich ganz

darnicderschlägt und ich kaum Kraft genug habe, in solch verzweifelter Lage die nöthigeFassung zu behalten. Ich will sogleich zu Ali gehen und thun, was in meinen Kräftensteht." Die Vertraute verließ ihn hierauf plötzlich, ohne weitere Antwort abzuwarten.Der Juwelier gönnte sich nicht Zeit zur Ueberlegung, sondern raffte sich zusammen undeilte schnell zu Ali. Schon die Eile, mit welcher ihn dieser Hereinstürzen sah, und die!