Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
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e r st e N a ch t.

Ameihundert

Schchersad erzählte weiter: Als der Morgen anbrach sprach Ali zum Juwelier:O höre mich! jede Sache hat ihr Ende. Das Ende der Liebe ist der Tod oder eine ^

dauernde Vereinigung; ich bin dem Tode näher, er paßt besser zu meiner Lage und

bringt mir mehr Ruhe. O wäre ich doch todt und vergessen, oder könnte ich mich ^trösten, ruhig werden und Andern Ruhe gönnen! Nun kam ich schon zweimal mit

ihr zusammen, und jedes Mal ging es, wie du wohl weißt; wie kann ich nun einerdritten Zusammenkunft mit Ruhe entgegen sehen? Wie kann ich, nach diesen Warnungen,mich noch vor den Leuten entschuldigen? Ohne Gottes Huld wären wir ja schon

lange verrufen. Ich weiß nun nicht mehr, wo ich mein Heil suchen soll. Wenn ichnicht Gott fürchtete, so würde ich meinem Tode vorgreifen; aber wir sterben ja doch,ich und sie, nur hat unser Tod eine bestimmte Zeit." Er weinte dann heftig und sprachfolgende Verse:

Kann der Betrübte etwas Anderes thnn, wie weinen? Wie groß muß meineLiebe sepn, da ich euch mein Gehcimniß anvertraut. Mir ist, als wenn dieNacht zu den Sternen gesagt hätte: bleibet und weichet nicht, wenn derMorgen ruft."