, 626 Hundert » »- sechs und neunzig sie Nacht.
>
^ einer seiner Knaben herein und sagte, daß ein unbekannter Mann, den sic bis jetztnoch nie gesehen hätte», vor der Hausthüre nach ihm frage und ihn erwarte. DerJuwelier stand auf und ging hinaus; da begrüßte ihn ein Fremder und sagte:„Du kennst mich zwar nicht, aber ich kenne dich und habe in einer wichtigen Sache mitdir zu reden." Der Juwelier hieß ihn in's Haus treten. Dieser wollte aber nicht, sondernforderte ihn ans, mit ihm in sein anderes Hans zu gehen. „Wie weißt du," versetzte derJuwelier, „daß ich noch ein anderes Haus, als dieses hier, besitze!" Jener erwiderte: „Ichweiß es, ich weiß Alles und bitte dich nur, mir zu folgen. Ich bringe dir Trost." Alsder Juwelier dies hörte, sagte er: „Nun, ich folge dir überall hin." Unterwegs erzählteer dem Unbekannten, wie sein Hans geplündert worden, und entschuldigte sich, daß esnicht in dem Zustande sep, um ihn darin empfangen zu können. Als sie miteinanderan sein anderes Haus kamen und der Fremde die zerbrochene Thüre sah, sagte er:„Das hat ja keine Thüre, hier können wir uns nicht sprechen; ich sehe nun wohl, daßdu mir die Wahrheit gesagt hast. Folge mir, ich will dich an einen andern Ortführen." So gingen sie von einer Straße in die andere, von einem Hause zumandern, ohne in eines zu treten, den ganzen übrigen Tag ohne Aufenthalt bis es Nachtward. Der Juwelier, von dem langen Wege ermüdet, crschrack, als er die Nachthereinbrcchen sah, und hatte nicht den Muth zu fragen. Endlich führte ihn der Fremde^ an die Ufer des Flusses und sagte: „Folge mir nur!" Der Juwelier faßte Muth! und ging ihm nach, bis sie an eine Stelle kamen, an der sich ein Nachen befand.
! Sie bestiegen denselben und ließen sich an das jenseitige Ufer übersetzen. Der Fremdeergriff die Hand des Juweliers und führte ihn in ein langes Quartier der Stadt,das er noch nie betreten hatte.
Er wußte bald nicht mehr, in welchem Theile von Bagdad er sich befand. Nachdemj er ihn noch durch verschiedene Straßen geführt hatte, blieb er endlich vor der Thüre! eines Hauses stehen, und als diese sich öffnete, hieß er den Juwelier eintrete», woraufer die Thüre mit einem starken eisernen Riegel hinter sich zuschloß. Der Fremde führteihn in ein Zimmer, in dem sich zehn Bucklige befanden, die sich Alle ganz gleich sahen,die ihm aber eben so unbekannt waren, als sein Begleiter.
Die Männer begrüßten ihn ohne viele Umstände zu machen und hießen ihn sich niedcrseßcn,was ihm sehr willkommen war, denn er war fast todt vor Müdigkeit und Furcht, und hättesich nicht länger auf den Füßen erhalten können. Man brachte frisches Wasser, womit sie sichGesicht und Hände wuschen, und forderte den Juwelier auf, das Gleiche zu thun und sich mitihnen an einen Tisch zu setzen. Hierauf brachte man Wein und endlich auch zu essen, und