Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
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Hundert und zweiundneunzigste Nacht.

Schehcrsad erzählte weiter: Als der Juwelier dem Mädchen dasselbe erzählt

! hatte, was er Ali erzählt, und ihr sagte, daß er so eben Ali besucht habe, setzte ernoch hinzu:Das gefundene Briefchen beweist, daß ich's gut meine in dieser

Sache und daß ich nicht im Sinne habe, als Störer in ihrer Liebe aufzutreten." DieSklavin hörte ihm mit Staunen zu und ließ ihn nochmals schwören, daß er ihrGehcimniß treu bewahren wolle. Der Juwelier ließ sie auch schwören, daß sie ihmnichts verheimlichen wolle, nahm den Brief und versiegelte ihn; die Sklavin sprach:Ich werde Ali sagen, meine Herrin habe mir einen versiegelten Brief gegeben undwünsche eine Antwort darauf, die ich dann auch mit deinem Siegel versiegeln werde;nun gehe ich zu ihm und komme wieder zu dir, ehe ich ihr seine Antwort bringe." Sienahm jetzt Abschied vom Juwelier und ließ in seinem Herzen ein brennendes Feuer zurück.Sic ließ nicht lange auf sich warten, und kam mit einem versiegelten Briefe in der Handzurück, in dem geschrieben war:'Im Namen Gottes, des Barmherzigen und Gnädigen!

Der Bote, bei dem unsere Geheimnisse verborgen waren, hat sic enthüllt; nunschenkt mir einen andern Vertrauten, der Aufrichtigkeit und nicht Lügen für gut findet."

Ich war nicht treulos, ich habe nichts Anvertrautes verrathen, ich habe keinVersprechen gebrochen und keinen Liebesbund entzweigcrisscn; ich habe nicht aufgehört zutrauern, und habe nach der Trennung von dir nichts als Jammer gefunden; ich habevon dem, den ihr erwähnt, nichts gehört und keine Spur von ihm gesehen. Nunmöchte ich wieder einmal in eurer Nähe seyn, doch fern ist der Gegenstand meinerSehnsucht! Ich wünsche Wiedervereinigung, doch wo ist der Gegenstand meiner Wünsche?i Wenn ihr mich sähet, so würde mein Anblick schon genug sagen. Friede sey mit euch!"