Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
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WS

Hundert und einnn-neunzigste Nacht.

Schehersad erzählte weiter: Als der Juwelier von Ali Abschied genommen hatteund weggegangen war, wußte er nicht, wohin sich wenden, was beschließen und wasunternehmen, um dem Mädchen zu wissen zu thun, daß er mit ihrem Verhältnissevertraut scy; er ging in Nachdenken versunken weiter, als er einen offenen Brief aufdem Wege fand; er nahm ihn und las darin:Im Namen Gottes, des Barmherzigenund Allmilden!

»Der Bote kam mit froher erquickender Nachricht, doch ich glaubte immer, esscp nur ein Wahn. Ich konnte mich nicht freuen, ward nur noch trauriger, weilich wußte, daß meine Leute dich nicht verstanden."

Ich habe gehört, mein Herr! den Gott erhalten möge! wie die Bande desVertrauens sich gelöst und der Schutz sich entfernt hat, dem du volle Liebe geschenkt.Wenn dich das Vertrauen auch verlassen hat, so halte dich doch durch Standhaftigkeitfest; und ist auch dein Freund mit deinem Geheimnisse davongegangen, so hast du dochJemand, der dasselbe treu bewahrt und dir ein wahrer Freund ist. Du bist nicht derErste, der seinen Freund verloren, nicht der Erste, den das Schicksal vom Gegenständeseiner Sehnsucht getrennt. Gott möge deinem Herzen baldige Aufheiterung und schnellesHeil senden! Friede sey mit dir!"

Während der Juwelier dieses Briefchen las und darüber nachdachte, wer es wohlverloren habe, kam eine Sklavin, ganz außer sich vor Schrecken, sah sich auf allen Seitenum, bückte sich dann zur Erde; da sie aber sah, daß der Juwelier den Brief in der

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