Hundert
neunzigste Nacht
Schehersad erzählte weiter: Das Mädchen näherte sich Ali, grüßte ihn und sagteihm etwas insgeheim; nur im Verlaufe des Gespräches hörte der Juwelier, wie Ali demMädchen schwur, daß er nichts davon gewußt; dann nahm die Sklavin Abschied von ihmund ging. Ali war ganz verwirrt, es war als brenne ein Feuer in ihm. Der Juweliersuchte nun ein Gespräch mit Ali anzuknüpfen und sagte: „Ohne Zweifel wird aus demHause des Chalifen etwas von dir begehrt, oder du hast Geschäfte mit dem Hause desChalifen?" Ali antwortete: „Woher weißt du dies?" Der Juwelier sagte: „Ich kennediese Sklavin." Jener fragte: „Wem gehört sie denn?" Dieser antwortete: „Sie gehörtScheins Unnahar, der Sklavin des Raschid, welche die Vornehmste, die Verständigsteund Schönste unter Allen ist; ich habe einmal einen ihrer Briefe gesehen." Der Juwelierbeschrieb dann Ali, wie sie so schön in Versen und in Prosa schreiben könne; dieserward darüber so betrübt, daß der Juwelier fürchtete, er möchte sterben. Als Aliwieder zu sich kam, sagte er zu dem Juwelier: „Ich beschwöre dich bei Gott, sage mirdie Wahrheit! woher weißt du das Alles? Ich lasse dich nicht, bis du mir die Wahrheitgestanden." Der Juwelier antwortete ihm: „Damit du an mir nicht zweifelst und
1 mich nicht ungehorsam findest, auch keinen Verdacht gegen mich schöpfest, der dir Kummer
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machen könnte; damit du dich nicht schämest, und dir überhaupt nichts verborgen bleibe: so