Hundert und siebennndachtzigste Nacht.
Schehersad erzählte weiter: Ali sagte zu Hassan: „Lege ihren Brief vormich hin!" Er öffnete ihn dann, sah eine Weile hinein und schrieb wieder, bis erfertig war; er gab das, was er geschrieben hatte, Hassan und sagte: „Sieh' eseinmal durch, und gebe es dann der Sklavin." Hassan nahm es und las Folgendes:
„Im Namen Gottes, des Barmherzigen! Ich erhielt einen Liebesbrief vomMonde, der sein Licht in meine Augen goß. Dieser Brief wird immer schöner,je länger mein Auge auf ihm ruht, als wären seine Worte von Blumenzusammcngcstcllt. Er hat einen Thcil meiner Leiden erleichtert, die durch deinenVerlust so schwer auf mir lasten. Meine unbeschreibliche Liebe ist dir nichtverborgen, und mein ungeheurer Kummer entgeht dir nicht. Mein Herz und meinAuge, jenes weint vor Licbcsflammen und dieses zerfließt vor ewigem Wachen.
Meine Thränen hören nicht auf zu fließen, und die Flamme meiner Sehnsuchterlischt nie. Bei meiner Liebe und meiner Ehrfurcht vor dir! ich hoffte nicht soviel, als du mir gesagt. Nach unserer Trennung wird meine Liebe nie mehrsich einem andern Gegenstände zuwenden."
„Dein Briefchen, o meine Gebieterin! ist mir zugekommen, und hat meiner SeeleRuhe gebracht, die Gram und Liebesschmerz ermüdet haben; es hat ein Herz geheilt, dasSehnsucht und Liebe krank gemacht; es hat eine Zunge wieder zum Reden gebracht,