Hundert und siebenundscchzigste Nacht. 545
Moschusgeruch. Als sie meinen Bruder über sein Unglück weinen sah, bemitleidete sicihn und fragte, was ihm widerfahren? Man erzählte ihr, daß er einen Korb mitGlaswerk gehabt, von dem er sich habe ernähren wollen, und daß nun Alles zerbrochen sey,wie sic sehe. Sic rief einen ihrer Diener und sagte ihm: „Gib, was du bei dir hast!"Er gab ihm einen Beutel, in welchem 500 Dinar waren. Als mein Bruder den Beutelempfing, starb er fast vor Freude, wünschte ihr viel Segen und ging reich nach Hause,wo er wieder nachdachte. Da ward an der Thüre geklopft. Mein Bruder fragte: „Wer-tst an der Thüre?" Man antwortete: „Mein Freund, ich habe dir ein Wort zusagen." Als mein Bruder aufstand und die Thür öffnete, stand eine alte Frau da,die er nicht kannte. Sie sagte ihm: „Du weißt, mein Sohn, daß die Gebetzeit naheist; da ich mich nun noch nicht gewaschen habe, so möchte ich mich gerne in deinemHause waschen." Mein Bruder erwiderte: „Recht gerne!" hieß sie in's Haus kommenund gab ihr ein Waschbecken. Mein Bruder, der indessen ganz entzückt war über demvielen Gelde, band es in einen Beutel ein, und als er dies gethan und die Frau da,wo er saß, gebetet hatte, wünschte sie ihm viel Glück und dankte ihm."
Schehersad bemerkte den Tag und schwieg; in der folgenden Nacht fuhr sie fort:
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