Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
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301
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A ch t u nd si e b e n z i g ft e Nacht. 301

Nachdem er diese Verse gesprochen, befahl er einem seiner Diener, seiner Maul-eselin den mit Silber verzierten Sattel aufzulegen. Diese war eine der besten undvortrefflichsten, mit Ohren wie geschnittene Rohrfedern, und Füßen wie eine aufgebauteSäule; er ließ ihr das schönste Geschirr anlegcn, einen seidenen Teppich über den Sattelausbreiten und den Quersack darauf packen. Dann sagte er seinen Sklaven und Dienern:Ich will mich auf dem Lande zerstreuen, ich will die Gegend von Kaliub' und anderenoch bereisen; ich werde daher einige Tage ausbleiben, es braucht mir aber Niemandvon euch zu folgen." Hierauf bestieg er seine Mauleselin, nachdem er sich mit Lebens-mitteln versehen hatte, ritt von Kahira weg und nahm den Weg zur Wüste. GegenMittag kam er in eine Stadt, Bilbeis^ genannt; er ruhte daselbst ein wenig aus,zu Mittag, und versah sich wieder mit frischen Lebensmitteln für sich und seine Eselin.Alsdann machte er sich wieder auf den Weg, und kam gegen Abend, nachdem er dieSporen bei seiner Eselin nicht geschont hatte, nach Saidije. Durch mehre Straßen dieserStadt von seiner Eselin getragen, hielt er an der Post, fütterte sein Thier, selbstetwas, legte seinen Quersack unter den Kopf, ein Kissen auf den Boden und breiteteeinen Teppich darüber aus. Je mehr er über das Betragen seines Bruders nachdachte,desto heftiger ward sein Zorn, und er schwur, nicht zurückzukehren, und sollte er auchbis Bagdad reisen. Als er des Morgens wieder seine Reise fortsezte, traf er einenKurier; er trieb seine Maulcselin und ritt gleichen Schritts mit diesem, und Gott ließihn glücklich nach Basta ^ kommen. Nuruddin ging einst vor den Thoren der Stadtspazieren und traf zufällig den Statthalter von Basta daselbst. Als dieser den jungenMann erblickte, und an seinem feinen, vornehmen Wesen bemerkte, daß er von edlerGeburt sepn müsse, ging er auf ihn zu, grüßte ihn und erkundigte sich nach seinenUmständen. Nuruddin erzählte ihm Alles; dann auch, wie er geschworen habe, nichtnach Hause zurückzukehren, bis er die ganze Welt gesehen, und lieber sterben wolle, alsunbefriedigt die Heimat wieder zu betreten. Als der Vesir dies hörte, sprach er zu ihm:Thne dies nicht, mein Sohn! denn viele Länder sind unsicher; es könnte dir leicht einUnglück begegnen." Er nahm ihn dann mit nach Hause, erwies ihm viele Ehre, da erihn bald sehr liebgewonnen hatte. Eines Tages sagte er zu ihm:Du weißt, meinSohn, daß ich schon sehr alt bin, und keine männlichen Nachkommen, sondern nur eine

' Name einer Provinz, nordöstlich von Kahira.

* Eine kleine Stadt am Rande der Wüste auf der Straße von Kahira nach El-Arisch.

° Basra, auch Bassora oder Balsora genannt, ist eine Stadt am Tigris, auf Befehl desChalifcn Omar im Jahre 636 nach Ehr. gegründet.