Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
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302
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302 Achtundsiebenzigste a ch t.

einzige Tochter habe, die dir an Schönheit gleicht; schon habe ich große und reiche Freierabgewiesen, doch fühle ich so große Zuneigung zu dir, daß ich dich frage: ob du wohlmeine Tochter als Sklavin annehmen willst, so daß sie deine Frau werde und du ihrMann? Ich werde dich dann als meinen Sohn anerkennen, dich als solchen demSultan vorstellen, und ihn bitten, daß er dich an meiner Stelle zum Vesir mache. Ichselbst will mich in mein Haus zurückziehen; denn bei Gott! sieh, mein Sohn, ich bi»schwach und alt, du wirst daher wie mein Kind mein Vermögen verwalten, und demVesir-Amte der Provinz Basra vorstehen." Als der Vesir ausgeredet hatte, blickteNuruddin eine Weile zur Erde nieder, dann antwortete er, daß er bereit sey, Alleszu thun, was der Vesir befehle. Dieser freute sich sehr über seine Antwort, und befahlsogleich seinen Dienern, allerlei Speisen und Süßigkeiten zu bereiten und den großen Saalauszuschmücken, der zu solchen Festlichkeiten bestimmt war. Nachdem diese Befehle voll-zogen waren, ließ der Vesir seine Freunde und die Großen des Reichs versammeln, sowie alle Vornehmen der Stadt Basra einladen, die auch sogleich eintrafen. Er sprachdann zu ihnen:Wisset, daß ich einen Bruder in Aegypten hatte, der daselbst Vesirwar und,dem Gott einen Sohn geschenkt hat; mir, wie ihr wohl wißt, ist nur eineTochter beschert worden. Da nun mein Neffe eben so wie meine Tochter heirathsfähigist, so hat mein Bruder seinen Sohn, den ihr hier vor euch seht, zu mir geschickt, umihn mit meiner Tochter zu vermählen. Es soll nun die Hochzeit hier bei mir gefeiertwerden; dann werde ich ihn mit allem Nöthigen zur Rückreise ausstatten, und ihn mitmeiner Tochter nach Hause zurückkehren lassen." Alle antworteten:Du hast einen glück-lichen Gedanken und ein lobenswertstes Vorhaben, Gott wird deine Hoheit mit seinerGnade krönen und den Weg segnen, den du eingeschlagen."