294 S e ä) s u n - s i c b e II z i g st e Nacht.
ging nach Hause und war außer mir vor Zorn und Wuth; ich sah nach den Aepfeln, undfand wirklich nur zwei; ich fragte meine Muhme, wo denn der dritte Apfel sey? Sie hob denKopf auf und sagte: „Bei Gott, mein Vetter, ich weiß es nicht." Nun war ich von derWahrheit der Erzählung des Sklaven überzeugt; ich nahm daher ein scharfes Messer,trat von hinten zu ihr, sagte ihr kein Wort, bis ich auf ihr saß, und schnitt ihr denKopf ab, legte sie dann schnell in einen Korb, nähte einen Mantel um sie, und drübernoch ein Stück Teppich, legte sie in eine Kiste, nahm sie auf den Kopf und warf sie inden Tigris. Nun bei Gott, o Fürst der Gläubigen! räche sie an mir; laß mich schnellhängen, sonst werde ich einst vor Gott Rache für sie von dir fordern; denn als ich nachHause kam, sah ich, wie mein ältester Sohn schrie, und als ich ihn fragte, was er wolle,sagte er mir: „Mein Vater! ich habe diesen Morgen meiner Mutter einen der drei
Achsel gestohlen, die du ihr gebracht, und bin damit auf die Straße gegangen, da kamein langer, schwarzer Sklave und nahm ihn mir weg; ich rief ihm zu: „o guter Sklave,dieser Apfel gehört meiner Mutter; mein Vater hat eine Reise von einem halben Monatenach Basra gemacht, um meiner kranken Mutter drei Aepfel von dort zu holen, bringemich daher nicht in Verlegenheit;" er gab mir aber kein Gehör; als ich dann dasselbe ihmzwei- bis dreimal wiederholte, schlug er mich und lief fort; aus Furcht vor der Mutter bliebich mit meinen Brüdern den ganzen Tag vor den Thoren der Stadt; nun wird es aberNacht, und bei Gott! ich fürchte mich sehr vor ihr; o mein Vater, sage ihr nichts,sie möchte sonst noch kränker werden." Als ich die Worte meines Sohnes hörte undseine Furcht und sein Weinen sah, wußte ich, daß ich die junge Frau unschuldig ermordet,und daß der verruchte Sklave gelogen, da er die Geschichte der Aepfel nur vonmeinem Sohne vernommen; als ich dies einsah, weinte und schluchzte ich mit meinenKindern; da kam dieser alte Mann, ihr Vater, mein Oheim, dazu; ich erzählte ihmAlles, was vorgefallen; wir weinten miteinander bis Mitternacht, und trauerten dreivolle Tage über den Tod der Unschuldigen. An Allem diesem war aber der SklaveSchuld. Dies ist meine Geschichte mit der Ermordeten. Nun, bei deinen Ahnen! laß michbinrichten, denn ich mag nicht mehr leben; räche das Unrecht, das ich gethan!" Als derCbalif dies hörte, war er sehr erstaunt und sagte: — "
Schehersad bemerkte hier den Tag und schwieg; in der folgenden Nacht erzählte sieweiter: