Fü n s u II d s i e l> e » z i g st e Nacht. 291
fordern." Der junge Mann sagte darauf: „Kein Anderer, als ich, hat die
junge Frau getödtet." Da sprach der Alte: „O mein Sohn! ich bin alt und
lebenssatt, du bist jung, ich will mein Leben für das deinige hingeben; ich habe diejunge Frau getödtet, drum hänge mich schnell, denn ich mag doch nicht leben, seitdemsie von mir weg ist." Als Djafar diesen Streit hörte, erstaunte er sehr darüber, undführte den Alten und den Jüngling zum Chalifen; er küßte die Erde siebenmal undsagte: „Wir bringen hier zwei Männer, von denen Jeder behauptet, die junge Frau
getödtet zu haben." Nachdem der Chalif Beide betrachtet, fragte er: „Wer von euch hatdie junge Frau erschlagen und in den Strom geworfen?" Da antwortete der Alte: „KeinAnderer, als ich;" und der Junge sagte dasselbe. Da sprach der Chalif zu Djafar: „Geh'und laß sie Beide hängen!" Djafar aber erwiderte: „O Fürst der Gläubigen! wennsie doch nur Einer getödtet, so würde der Andere ungerechter Weise gehängt." Da sagteder junge Mann: „Bei dem, der den Himmel gewölbt, ich habe sie getödtet, in einenKorb von Palmblättern gelegt, mit einem Mantel zugedeckt, dann ein Stück Teppichdrum gelegt und mit rother Wolle zugenäht; räche also ihren Tod an mir!" DerChalif fragte erstaunt: „Warum hast du sie unschuldiger Weise getödtet und dich selbst ineine solche Lage gebracht?" Da antwortete der Jüngling: „O Fürst der Gläubigen! esist mir mit ihr etwas widerfahren, wenn man es mit der Nadel auf das Tiefe desAuges stechen wollte, könnte Jeder sich daran belehren." Der Chalif sagte: „Erzähle mirdeine Geschichte!" und der junge Mann antwortete: „Gott und dem Fürsten derGläubigen ziemt Gehorsam, und erzählte hierauf:—"
Schehersad bemerkte hier den Tag und schwieg; in der folgenden Nacht erzählte sie:
UM
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