272 Siebe ii zigste Nacht.
„Wer bist du, meine Schwester?" Sie antwortete mir: „Du hast mich schnell vergessen;ich bins, der du so viel Gutes erwiesen, ich bin die Schlange, die eben hier war undderen Feind du mit Gottes Hilfe erschlagen; um dich zu belohnen, holte ich das Schiffein und befahl einem meiner Gehilfen, es untergchen zu lassen. Zuvor aber hatte ichAlles, was darin war, in dein Haus gebracht, denn ich wußte wohl, wie deine Schwesterngegen dich verfahren, denen du immer so viel Gutes erwiesen und die dich doch wegendes Jünglings beneidet; sie sind nun diese zwei schwarzen Hündinnen. Und ich schwörebei dem, der Himmel und Erde geschaffen, daß wenn du dem, was ich dir sage, nichtgehorchst, ich dich unter der Erde einspcrren will. Die Sklavin verschwand hierauf, wardein Vogel, flog mit mir und meinen Schwestern davon und sezte uns auf mein Hausnieder. Hier fand ich Alles, was auf dem Schiffe gewesen war, wieder. Sie sagte mirdann noch: „Ich schwöre zum zweitenmal bei dem, der die beiden Meere vereinigte —und wenn du mir nicht gehorchst, werde ich dich, auch wie sie, zur Hündin machen —du mußt Jeder von ihnen jede Nacht dreihundert Prügel geben, um sie für ihre Schand-tat zu bestrafen." Als ich zu gehorchen versprach, verließ sie mich. Und von der Zeitan, wo sie mich so beschworen hatte, strafe ich sie jede Nacht, bis das Blut fließt. Esthut mir zwar im Herzen weh, aber ich habe keine Wahl; darum peinige ich sie undweine dann mit ihnen. Sie wissen wohl, daß ich sie nicht gern so mißhandle und ent-schuldigen mich deßhalb. Dies ist meine Geschichte."
Es sagt der Erzähler, als der Chalif dies hörte, war er höchst erstaunt und befahlDjafar, das andre Mädchen zu fragen, warum sie selbst so ihre Brust und ihre Seiten !zerschlagen, und sie begann: „O Fürst der Gläubigen!"
Schehersad bemerkte hier den Tag und schwieg; die folgende Nacht aber fuhr siefort: