Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
235
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Ueunu ndfiinfzigste Ulacht. 835

Hasib, heißt, ihn umbringen. Mein Vater ward hierüber sehr betrübt; er gab miraber dennoch die sorgfältigste Erziehung, bis ich fünfzehn Jahre alt ward. Vor zehn Tagenerhielt mein Vater Nachricht, daß der kupferne Reiter von Adjib, Sohn des KönigsHasib, gestürzt worden sey. Als er dies hörte, weinte er heftig, aus Furcht, mich zuverlieren und wurde wie ein Rasender. Er ließ mir dieses Haus unter der Erde bauen,nahm dann ein Schiff und brachte hinein, was ich für viele Tage brauchte. Nun sindvon den fünfzig Tagen schon zehn vorüber, es bleiben mir noch vierzig gefährlich Tage,dann wird mein Vater mich wieder holen, denn alles geschah nur aus Furcht vor demKönige Adjib, Sohn des Königs Hasib, damit er mich nicht umbringe. Dies ist dieGeschichte meiner Absonderung und Einsamkeit." Als ich, o meine Gebieterin! dieseGeschichte hörte, dachte ich bei mir: Ich habe ja den Reiter gestürzt und heiße Adjib,Sohn des Königs Hasib; aber bei Gott! ich werde diesen hier niemals umbringcn.Ich sagte ihm dann:Mein Herr! du wirst nicht sterben und vor jedem Nebel bewahrtseyn, es wird Alles zum Besten enden, fürchte nur nichts und mache dir keine Sorgen;ich werde diese vierzig Tage bei dir bleiben, dich bedienen und unterhalten, dann mit dir indein Land gehen, von welchem du mich in das meinige führen lassen wirst, wo-durch ich für meine Mühe reichlich belohnt seyn werde." Der Jüngling freute sich übermeine Rede. Ich sezte mich zu ihm und unterhielt mich mit ihm; dann zündete ich eineWachskerze an und machte drei Laternen zurecht, reichte ihm eine Schachtel mit Süßig-keiten und so aßen und unterhielten wir uns den größten Theil der Nacht; dann schliefer ein, ich deckte ihn zu und legte mich hierauf auch schlafen. Des Morgens wärmteich ihm ein wenig Wasser, weckte ihn leise, und als er erwachte, brachte ich ihm daswarme Wasser; er wusch sein Gesicht, dankte mir und sprach:Bei Gott, wenn ichAdjib, dem Sohne des Königs Hasib, glücklich entkomme und Gott mich aus seinerHand befreit, so wird mein Vater dich durch alle möglichen Wohlthaten belohnen."O möchte Gott ein Unglück, das dir begegnen sollte, mir einen Tag früher zuschicken!"sagte ich. Ich holte dann etwas zu essen und wir aßen mit einander; dann durch-räucherte ich das Zimmer und reinigte es, wir spielten und scherzten und belustigten uns,und aßen und tranken bis es Nacht ward; da stand ich endlich auf, zündete die Wachs-kerzen an, reichte ihm süße Speisen und so aßen und unterhielten wir uns wieder biswir zu Bette gingen. So lebten wir Tag und Nacht; ich gewöhnte mich so sehr an ihn,daß ich meinen Kummer und alles, was mir begegnet war, vergaß, die Liebe zu ihmbemächtigte sich meines ganzen Herzens. Ich dachte, gewiß haben die Sterndeuter gelogen,als sie seinem Vater sagten: dein Sohn wird von einem Adjib, Sohn des Königs