Fünfzigste Nacht.
„Als ich," fuhr der zweite Kalender in seiner Erzählung fort, „mich mit demSchwerte in der Hand ihr genähert, warf sie mir einen Blick zu, welcher deutlich sagte:„Belohnst du auf diese Weise meine Großmuth?" Ich erwiderte ihren Blick mit einemandern, welcher sagen sollte: „Fürchte nichts! gern gebe ich mein Leben für daö deinigehin." Sehr gut finde ich unsre Lage in folgenden Versen beschrieben:
„Wie mancher Liebende spricht zu seiner Geliebten mit den Augenliedcrnvon dem, was sein Herz verbirgt. Mit einem Blicke zeigt sie ihm dann an,daß sie ihn wohl verstanden. Wie schön steht dem Gesichte ein bedeutungs-voller Blick, wie reizend ist ein Auge, das jeden Wink versteht. Es ist, alslese der Eine mit den Augen, was der Andere mit den Augenliedern geschrieben."