Druckschrift 
1 (1838)
Entstehung
Seite
VI
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V, Vorhalle.

Hopfenstangen nnd altbaierischen Genüssen, können die seltensten Erscheinungenmild, anmuthig und romantisch emporsprießen; eine Jugend strömt hier zusam-men aus allen Theilen des Vaterlandes, die den Sinn mitbringt für das Guteund Schöne, und die Sitte, die hier herrscht, ist bei allem Entgegenstehendendoch so bequem und so wenig spröde und geziert, daß sie nichts hindert, das ^Gemüth erheitert und dadurch fördert. >

So geschah es denn auch, daß Gapl von München aus nach Spanien ^zog, und nachdem er die Gärten von Valencia geschaut und Granadas Lüfteeinige Jahre lang gcathmet, aus den Prunkgemächern des Alhambra, aus iCordova's geweihten Moskeen, vom blauen Meere und aus den süßduftenden!Orangenwäldern, mit vollem Herzen und überreich an Ideen, zurückkehrtc nachMünchen, als wäre dies seine Heimath.

In dem obcrn Stockwerk eines engen, nordischen Hauses, umgeben vonder lärmenden Bcsorglichkeit unserer unerträglichen Einrichtung fand ich denKünstler mitten unter seinen Schätzen und Bewunderern, zu denen sich mit meinemEintritt der wärmste gesellte. Allein ich blieb es nicht lange ungetrübt; es regtesich ein Gefühl in mir, von dem ich nicht ohne Erröthen hier sprechen kann:es war der Neid.

Was mir Irving vom Alhambra erzählte, hatte nie diese Wirkung auf michmachen können. Interessant läßt sich von jedem unserer Steinhaufen schwatzen;der Alhambra ist ein anderer Stoff. Hier, vor Gayl's Skizzen fühlte ich's zumerstenmal lebendig und tief, und das Herz ging mir über, es nicht in der Machtzu haben, diese Gemächer in stiller Einsamkeit zu bewohnen, aus dem beredtenMaucrwerk voll blendender Weisheitssprüche und Talismane Nahrung zu saugenund Abends, im linden Dufte der Blüthen und Schatten mir die Vergan-genheit zur Gegenwart zu gestalten. Was bedarf's hier der lebendigen Mit-theilung? Die Geschichte jedes Steins ist bekannt; die Thatsachen leben in