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Viertes Kapitel. Die begrenzten dinglichen Rechte.
Daneben können private Pfandleiher das Pfandieili-gewerbe betreiben. Doch bedarf der Betrieb dieses Gewerbesobrigkeitlicher Erlaubnis 132 und unterliegt der Regelung durchlandesstaatliche Gesetze oder Verordnungen 138 . Dem Pfandleih-gewerbe ist dabei der gewerbsmäfsige Abschlufs von Rückkaufs-geschäften gleichgestellt 184 .
Die sonderrechtlichen Vorschriften für den Geschäfts-betrieb im Pfandleihgewerbe, die zum Teil gleichmäfsig fürPfandleiher und Pfandleihanstalten, zum Teil nur für die Pfand-leiher gelten 135 , greifen abwandelnd sowohl in das Obligatiouen-recht wie in das Sachenrecht ein. Sie beschränken die Vertrags-freiheit in Ansehung der Darlelmsbedingungen durch zwingende
Berlin v. 1834 (G.S. S. 23 ff.), Ges. für die Pfandleihanstalten in Kassel v.10. Apr. 1872 n. 5. Juli 1896; Hamburg. Leihhausordn. v. 29. Dez. 1882 u.19. Fehl - . 1892; Leihhaus-O. für das staatliche Leihhaus in Lübeck v. 30. Okt.1899 (Becher S. 69 ff.).
182 So allgemein nach älterem Recht (vgl. z. B. Preufs. A. L.R. I, 20§ 263 ff., Pfand- u. Leihreglem. v. 13. März 1787 u. V. v. 4. Apr. 1803); dannwieder, nachdem die R.Gew.O. v. 1869 das Pfandleihgewerbe freigegeben hatte,seit R.Ges. v. 23. Juni 1879 nach R.Gew.O. § 34 (Untersagung des Fortbetriebesnach § 53). — Über den Begriff des Pfandleihgewerbes vgl. Landmann,Bern. 2 zu Gew.O. § 34. Es umfafst nur die Beleihung körperlicher Sachen;R.Ger. XXXIX Nr. 87.
188 Soweit die Landesgesetze nichts bestimmen, sind durch R.Gew.O. § 38die Zentralbehörden der Einzelstaaten zum Erlafs von Vorschriften ermächtigt.Vgl. Preufs. Ges., betr. das Pfandleihgewerbe v. 17. März 1881 nebst A.G. z.B.G.B. Art. 41; Sachs. G. v. 21. Apr. 1882; Bad. G. v. 6. Apr. 1854 u. V. v.9. Juni 1881; Braunschw. G. v. 21. Dez. 1881 u. A.G. z. B.G.B. § 64; Altenb.G. v. 4. Apr. 1882 u. A.G. z. B.G.B. § 92; Kob.-Goth. G. v. 12. Jan. 1887;Anhalt. G. v. 17. März 1899; Hamburg. G. v. 10. Dez. 1880 u. 21. Febr. 1887;Brem. G. v. 16. Okt. 1881; Lüb. G. v. 7. Nov. 1899 u. Ver. von demselbenTage. Ferner Bayr. Min.-Bek. v. 12. Aug. 1879; Württemb. Min.-V. v. 15. März1882 u. 28. Mai 1882; Hess. V. v. 16. Febr. 1882; Oldenb. V. v. 14. April 1892;Weimar. V. v. 16. Apr. 1882; Sondersh. Min.-V. vom 11. März 1880 nebst A.G.z. B.G.B. Art. 43.
184 R.Gew.O. § 34 Abs. 2, § 38 Abs. 2; Lüb. G. § 26. Die Zahlung desKaufpreises gilt als Hingabe des Darlehns, die Übergabe der Sache als Ver-pfändung, der Unterschied zwischen Kaufpreis und Rückkaufpreis als Vergütungfür das Darlehen.
186 Nach Preufs. Ges. § 21—22 gelten die Vorschriften über den Geschäfts-betrieb der Pfandleiher auch für jüngere kommunale Pfandleihanstalten undkönnen für ältere durch den Minister d. I. in Kraft gesetzt werden. DasAnhalt. G. v. 1899 unterwirft alle kommunalen Pfandleihanstalten seinen Vor-schriften; § 24. Anders Sächs. G. § 118. In Lübeck schliefst sich die Leih-haus-O. in den Hauptpunkten an das Ges. über das Pfandleihgewerbe an.