§ 169. Geschichtliche Entwicklung des Fahrnispfandrechts.
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Immer wurde dem Publizitätsprinzip durch das Erfordernis einer■öffentlichen Bestellungsform Genüge geleistet, meist die Bestellungvor Kat oder Gericht und die Kundmachung durch Eintragung inein öffentliches Buch verlangt 88 . Mitunter suchte man auch einenErsatz für die leibliche Gewere durch Begründung einer Mietszins-gewere für den Gläubiger zu beschaffen 37 .
II. Neuere Entwicklung 38 . Mit der Aufnahme desrömischen Pfandrechts wurden die Grundsätze des deutschen Fahrnis-pfandrechtes aus dem gemeinen Recht verdrängt. Bewegliche wieunbewegliche Sachen wurden der vom Besitz unabhängigen Hypothekzugänglich und von Generalhypotheken, gesetzlichen Pfandrechtenund Pfandprivilegien ergriffen 89 . Dagegen erhielten sich in denPartikularrechten mancherlei Nachwirkungen des einheimischenRechts. Insbesondere starben die Prinzipien der Publizität und derSpezialität uiemals ganz ab, kamen vielmehr bald in einem Yorzugs-
Erkennbarmacbung des Gegenstandes bezweckt. Dazu hätte man sich hesserder Zeichnung mit der Marke bedient. Offenbar liegt vielmehr der Gedanke einerrechtsgeschäftlichen Yerliegenschaftung zugrunde. — Yeräufserte der Schuldnerdie in seinem Besitz gelassene Sache, so konnte der Pfandgläubiger, insoweitnicht bei Schiffen der Satz „Hand wahre Hand“ aufser Kraft gesetzt war (oben§ 134 Anm. 34 S. 559), sein Pfandrecht ohnehin dem Erwerber gegenüber nichtverfolgen; H. Meyer S. 80 ff. Vielfach mufste daher der Schuldner geloben,nicht zu veräufsern; ebenda S. 38 ff.
36 Ygl. hinsichtlich der Schift’sverpfändung oben Anm. 33; hinsichtlichsonstiger Fahrnissatzung Pauli, Abh. IV 138 ff., Frankf. Schöffeii-Gerichts-O.§ 13 bei Thomas S. 259, v. Bunge, .Riga S. 239ff, v. Meibom S. 416Anm. 56, Stobbe-Lehmann § 164 Anm. 10, H. Meyer S. 70 ff. (hier auchüber ältere Formen ohne Eintragung), 114 ff., 119, 126.
37 Schiffsverpfändung mit Übernahme eines Mietszinses in Lüh. Urkdb.VII Nr. 504, Danziger Urk. b. Neumann, Wucher S. 198; vgl. Stobbe-Lehmann Anm. 8, Schröder S. 713, II. Meyer S. 59ff. Über Verpfändungvon Fahrnisinbegriffen unter Einräumung eines Mietszinses Pauli IV 138 ff.,Frankf. Schöffengerickts-O. § 13 a. a. O., Stobbe-Lehmann § 164 Anm. 8,H. Meyer S. 61 ff, 110 ff.
38 Vgl. Stobbe-Lehmann II § 165; v. Schwind a. a. 0. S. 2911'., 44ff.,78 ff., 90 ff.; Roth, D.P.R. III § 323 ff. — Förster-Eccius, Preufs. P.R.§ 196—197; Dernburg I § 354 ff.; Roth, Bayr. C.R. I § 197; Regels-berger, Hypotliekenr. § 11; Lang, Sachenr. § 197. — Zachariae-CromeII § 267 ff. — E. Demelius, Das Pfandrecht an beweglichen Sachen nach österr.bürg. R., I Wien u. Leipz. 1897. — Huber, Schweiz. P.R. III 447 ff., IV818 ff. — Über das kaufmännische Pfandrecht Lab and, Z. f. d. g. H.R. IX225 ff., 425 ff.; Goldschmidt, Handb. I 875 11.; Thöl, H.R. I (6. Aull.) §314;Endemann in seinem Handb. II § 176 ff.
39 Vgl. oben § 156 I S. 826 ff.