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Viertes Kapitel. Die begrenzten dinglichen Rechte.
Soweit freilich das kanonische Zinsverbot Beachtung fand, solltesie nur als Todsatzung begründet werden 8 . Meist aber blieb sieauch als ewige Pfandschaft gestattet 4 . Doch drang überall dasrömische Verbot der lex commissoria und zum Teil auch dierömische Vorschrift der Verrechnung der Nutzungen auf dieZinsen durch 6 .
Allein die Tage des Besitzpfandrechtes an Grundstücken warenüberhaupt gezählt. Wenn es auch im preufsischeu Landrecht undim französischen Gesetzbuch noch eingehend geregelt wurde®, sostarb es doch im Leben mehr und mehr ab. Manche neuereGesetze versagten ihm ausdrücklich die Anerkennung 7 . Nach demgeltenden deutschen Recht kann es als dingliches Recht überhauptnicht mehr begründet werden. Doch bestehen die unter derHerrschaft des bisherigen Rechtes gültig entstandenen Nutzungs-pfandrechte an Liegenschaften als dingliche Rechte fort 8 .
Auch die staatsrechtliche Bedeutung der älteren Satzunghat ihr Ende erreicht 9 . Die Reichspfandschaften, deren Einlösung
3 Z. B. nach Wormser Ref. V 3 t. 2 s. 2 u. 19, t. 10 s. 3, FreiburgerStadtr. v. 1520 II 8, 3 fol. 41, Württ. Landr. I (Wächter I 111) u. HadelerLandr. II 8.
4 Jülich-Berg. Landr. c. 103 (ohne Verrechnung); Nürnb. Ref. XX 4, 2(wenn bedungen); Frankf. Ref. II, 18 § 11; Hamb. Stadtr. II 4, 9; Rheingräfl.Landr. v. 1754 VII § 4 (Maurenbrecher II 292 ff.).
6 Solmser L.O. II 15 § 2; Württ. L.O. b. Wächter a. a. 0.; Decis. El.Saxon. v. 1746 Nr. 22; Bayr. Stat. b. Roth, Bayr. C.R. II 439; Ilerzogl. Preufs.L.R. v. 1620 IV 5 Art. 6 § 3; Kurtrier. L.R. XIV 2; Kurpfalz. L.R. II 16, 5.
6 Preufs. A. L.R. I, 20 § 139 ff.; vgl. Dernburg u. Ilinrichs, Preufs.Ilypothekenr. II 246 ff., Förster-Eccius § 196 II, R.Ger. XXXI Nr. 71. —Code civ. Art. 2072 u. 2085 sq.; Zachariae-Crome II 209 ff., KöhlerS. 250 ff.
7 Verbote begegnen schon 1539 in Bern, 1550 in Zürich, 1611 in Basel;Huber IV 796 Anm. 24, Bluntschli, Zürcli. R.G. II 121. Ferner 1619 inSalzburg; vgl. Salzburg. Taiding. S. 127 Art. 35. 1731 in Bayreuth; Arnold,Beitr. II 213 ft. Dazu Österr. Gb. § 1372, Nassau. Ges. v. 1851 § 11, Hess. v.1858 § 5, Lipp. v. 9. April 1859, Bayr. A.G. z. C.Pr.O. Art. 124.
8 Dernburg, B.R. § 234 Anm. 3: Wilde, D.J.Z. 1900 S. 206; Förster,Grundbuchr. S. 174; Biermann, Vorbem. vor § 1113; Planck zu E.G.Art. 192 Bern. 1 f; R.Ger. XLVII Nr. 15, Grueliot XLV 1046; K.Ger. in Rspr.d. O.L.G. 1261. Doch wird vom R.Ger. b. S e u f f. LVI Nr. 149 inkonsequenter-weise der Fortbestand eines nach preufs. R. nur durch Besitz begründetenNutzpfandrechtes verneint. — Abweichende Ansichten b. Habicht (2. Aufl.)S. 730, Niedner, E.G. (2. Aufl.) S. 379 u. 408, Freudenthal, D.J.Z. 1900S. 162 ff. u. 270. — Nach Hess. A.G. Art. 213 u. Elsafs-Lothr. A.G. z. Grdb.O.§ 23 besteht die Antichrese nur als persönliches Recht fort.
9 Der an Stadt und Herrschaft Wismar durch Vertrag v. 26. Juni 1803