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2 (1905) Sachenrecht
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Viertes Kapitel. Die begrenzten dinglichen Rechte.

Soweit freilich das kanonische Zinsverbot Beachtung fand, solltesie nur als Todsatzung begründet werden 8 . Meist aber blieb sieauch als ewige Pfandschaft gestattet 4 . Doch drang überall dasrömische Verbot der lex commissoria und zum Teil auch dierömische Vorschrift der Verrechnung der Nutzungen auf dieZinsen durch 6 .

Allein die Tage des Besitzpfandrechtes an Grundstücken warenüberhaupt gezählt. Wenn es auch im preufsischeu Landrecht undim französischen Gesetzbuch noch eingehend geregelt wurde®, sostarb es doch im Leben mehr und mehr ab. Manche neuereGesetze versagten ihm ausdrücklich die Anerkennung 7 . Nach demgeltenden deutschen Recht kann es als dingliches Recht überhauptnicht mehr begründet werden. Doch bestehen die unter derHerrschaft des bisherigen Rechtes gültig entstandenen Nutzungs-pfandrechte an Liegenschaften als dingliche Rechte fort 8 .

Auch die staatsrechtliche Bedeutung der älteren Satzunghat ihr Ende erreicht 9 . Die Reichspfandschaften, deren Einlösung

3 Z. B. nach Wormser Ref. V 3 t. 2 s. 2 u. 19, t. 10 s. 3, FreiburgerStadtr. v. 1520 II 8, 3 fol. 41, Württ. Landr. I (Wächter I 111) u. HadelerLandr. II 8.

4 Jülich-Berg. Landr. c. 103 (ohne Verrechnung); Nürnb. Ref. XX 4, 2(wenn bedungen); Frankf. Ref. II, 18 § 11; Hamb. Stadtr. II 4, 9; Rheingräfl.Landr. v. 1754 VII § 4 (Maurenbrecher II 292 ff.).

6 Solmser L.O. II 15 § 2; Württ. L.O. b. Wächter a. a. 0.; Decis. El.Saxon. v. 1746 Nr. 22; Bayr. Stat. b. Roth, Bayr. C.R. II 439; Ilerzogl. Preufs.L.R. v. 1620 IV 5 Art. 6 § 3; Kurtrier. L.R. XIV 2; Kurpfalz. L.R. II 16, 5.

6 Preufs. A. L.R. I, 20 § 139 ff.; vgl. Dernburg u. Ilinrichs, Preufs.Ilypothekenr. II 246 ff., Förster-Eccius § 196 II, R.Ger. XXXI Nr. 71.Code civ. Art. 2072 u. 2085 sq.; Zachariae-Crome II 209 ff., KöhlerS. 250 ff.

7 Verbote begegnen schon 1539 in Bern, 1550 in Zürich, 1611 in Basel;Huber IV 796 Anm. 24, Bluntschli, Zürcli. R.G. II 121. Ferner 1619 inSalzburg; vgl. Salzburg. Taiding. S. 127 Art. 35. 1731 in Bayreuth; Arnold,Beitr. II 213 ft. Dazu Österr. Gb. § 1372, Nassau. Ges. v. 1851 § 11, Hess. v.1858 § 5, Lipp. v. 9. April 1859, Bayr. A.G. z. C.Pr.O. Art. 124.

8 Dernburg, B.R. § 234 Anm. 3: Wilde, D.J.Z. 1900 S. 206; Förster,Grundbuchr. S. 174; Biermann, Vorbem. vor § 1113; Planck zu E.G.Art. 192 Bern. 1 f; R.Ger. XLVII Nr. 15, Grueliot XLV 1046; K.Ger. in Rspr.d. O.L.G. 1261. Doch wird vom R.Ger. b. S e u f f. LVI Nr. 149 inkonsequenter-weise der Fortbestand eines nach preufs. R. nur durch Besitz begründetenNutzpfandrechtes verneint. Abweichende Ansichten b. Habicht (2. Aufl.)S. 730, Niedner, E.G. (2. Aufl.) S. 379 u. 408, Freudenthal, D.J.Z. 1900S. 162 ff. u. 270. Nach Hess. A.G. Art. 213 u. Elsafs-Lothr. A.G. z. Grdb.O.§ 23 besteht die Antichrese nur als persönliches Recht fort.

9 Der an Stadt und Herrschaft Wismar durch Vertrag v. 26. Juni 1803