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2 (1905) Sachenrecht
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823
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§ 155. Das Grundpfandrecht im älteren deutschen Recht.

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recht zugunsten des Schuldners gemildert, indem der Gläubigerzunächst durch blofse Verpfändung sein Geld zu erlangen versuchensoll 70 oder dem Schuldner eine bestimmte Zeit hindurch das Ein-lösungsrecht gegenüber dem Ersteher Vorbehalten wird 77 . Anderer-seits konnte auch ein strengeres und schleunigeres Verkaufs-verfahren vereinbart werden 78 .

Auch die neuere Satzung begründete ursprünglich eine reineSachhaftung, so dafs der Gläubiger sich nur an das Pfandhalten kann und wegen des Ausfalls keine Forderung hat 79 . Eineweitere Haftung bestand nur, wenn sie besonders übernommenwar 80 . Manche Quellen aber gewähren schon im Mittelalter demSatzungsgläubiger ein gesetzliches Recht, sich wegen des Ausfallesan das übrige Vermögen des Schuldners zu halten 81 .

Gleich den Grundstücken konnten liegenschaftliche

Gläubiger statt, so erfolgt sie zum Schätzungswert unter Verpflichtung zurIlerauszahlung des Mehrwerts; v. Meibom S. 118, 125, v. Schwind S. 70.

76 v. Meibom S. 123; Köhler S. 6 ff.; Stobbe-L ehmann Anm. 27;Puntschart S. 246 ft.; Frankf. Baculus judicii §73 (Thomas S. 248): mochters nit versetzen, so mocht ers verkauften; Kl. Kaiserr. I 26; ßamb. R. 293.

77 v. Meibom S. 117; Köhler S. 32 ff.; Magdeb. Syst. Schöffenr. III 2c. 81 u. 93, Magdeb. Fr. II 2, 3 (binnen Jahr und Tag); Frankf. Baculusjud. § 79.

78 Vgl. über die häufig vorkommende Gestattung des Verkaufsabsqueulla prosecutione coram judicio facienda oder alspignus prosecutum PauliIV 142 ff., v. Meibom S. 406, Stobbe-Lehmann Anm. 28, Planck II349. Hierher gehört auch vermutlich die in Bremen, Hannover und Stral-sund vorkommende Satzung von Grundstückenzu Kistenpfandrecht alsUnterwerfung unter die Formen der Mobiliarexekution; Stobbe, Ivrit. V.Schr.IX 317 ff.; a. M. v. Meibom S. 423, Schröder, R.G. S. 726.

79 Hamburg. Stadtr. v. 1270 I, 14; Lüb. R. III 255; Stade I 10 b. Pufen-do rf I 174; Fabricius S. 275; Stobbe, Ivrit. V.Schr. IX 308 ff., D.P.R.§ 145 II 6a; Puntschart S. 250, 251 ff. Für den Fall des Untergangesoder der Verschlechterung des Tfandes gelten gleiche Regeln, wie bei derälteren Satzung; Lüneb. Stadtr. (Kraut) 64, Danziger Willkür b. Stobbe,Ivrit. V.Schr. IX 309, Puntschart S. 256 ff.

80 Beispiele b. v. Meibom S. 425 Anm. 86, Stobbe-Lehmann § 145Anm. 32; dazu Puntschart S. 467 ff. In diesem Falle geht die Schuld auchnicht mit dem Pfände unter; Stobbe-Lehmann Anm. 3132, PuntschartS. 255 Anm. 2, S. 258.

81 Hamb. Stadtr. v. 1292 C X u. 1497 H IX; Verdener Stadtr. 47; Frei-berger Stadtr. 1 § 37; Liegnitzer Glosse b. Ilomeyer, Sachsensp. II, 1 S. 360;Rigaische Stat. IV 5 §5 (Napiersky S. 167); v. M ei b om S. 424 ff.; Stobbe-Lehmann § 145 Anm. 33; v. Schwind S. 23, 68. Die Annahme vonPuntschart S. 252, dafs diese Stellen sich nur auf den Fall der üblichenVereinbarung persönlicher Haftung beziehen, ist schwerlich haltbar.