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2 (1905) Sachenrecht
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§ 155. Das Grundpfandreckt im älteren deutschen Recht.

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gewere. Er kann das Grundstück wirksam übereignen. Dochwar ihm ursprünglich wegen der hiermit für den Gläubiger ver-bundenen Gefahr die Veräufserung des Grundstücks ohne Zu-stimmung des Gläubigers verboten 66 . Auch finden sich vielfachvertragsmäfsige Beschränkungen der Veräufserungsfreiheit 67 . Einezweite Verpfändung, die sich bei der älteren Satzung von selbstverbot, war ursprünglich auch hier unzulässig 68 . Mehr und mehraber drang die Gestattung mehrfacher Verpfändung durch undwurde gerade zu einem Hauptvorzuge der neueren Satzung 69 .Dabei entwickelte sich in ähnlicher Weise wie beim Rentenkaufdie Auffassung, dafs den eigentlichen Gegenstand der Belastungder Wert des Gutes bilde und somit die spätere Satzung auf denvon der früheren Satzung freigelassenen Mehrwert gelegt sei 70 ;Hieraus ergab sich zugleich der Vorrang der früheren Satzungvor der späteren 71 .

66 v. Meibom S. 428 ff.; Köhler S. 23 ff.; Stobbe-Lehmann § 145Anm. 18; v. Wyfs, Z. f. Schweiz. R. IX 43 ff.; Gosl. Stat. S. 24 Z. 29 ff.;Magdeb.-Bresl. Syst. Scköffenr. IV 2, 74. Vgl. über das französ. R. EggerS. 137 ffi, 344.

67 Oft verspricht der Schuldner, nicht vor Zahlung der Schuld zu ver-.äufsern; Wismar. Stadtb. b. Burmeister S. 33, Stralsunder Stadtb. S. 4Nr. 1, S. 5 Nr. 23 und sonst, Kieler Stadtb. b. Hasse Nr. 533. Oder dieForderung soll im Falle der Veräufserung sofort fällig und der Gläubiger ausdem Kaufgeld bezahlt werden; Stralsunder Stadtb. S. 7 Nr. 62, Kieler Stadtb.Nr. 930, Brunner Schöffenb. c. 336, Urk. b. Lörsch u. Schröder Nr. 215u. 332. Oder dem Gläubiger soll ein Vorkaufsrecht zustehen; StralsunderStadtb. S. 60 Nr. 111, S. 122 Nr. 154, Kieler Stadtb. Nr. 200, 253, 333.Vgl. v. Meibom S. 364, Stob be-Lehmann § 145 Anm. 19, v. S ch wind S. 15.

68 v. Meibom S. 429; Köhler S. 23; Stobbe-Lehmann § 145 Z. 3;Huber IV 793; Goslar. St. S. 24 Z. 19 u. 30; Rechtsb. n. Dist. II 4, 18.;Berner Stadtr. c. 235 u. Z. f. Schweiz. R. XX 111. Vgl. dazu oben § 151S. 759 Anm. 32.

89 Köhler S. 28 ff.; Stobbe-Lehmann § 145 Anm. 11; W eber S. 90;Schröder, R.G. S. 712; Huber IV 793. Der Verpfänder war aber beiStrafe verpflichtet, die schon vorhandenen Belastungen wahrheitsgemäfs an-zuzeigen.

70 Vgl. Stralsunder Stadtb. S. 45 Nr. 125 (id, quo melior est), S. 56 Nr. 336,S. 73 Nr. 18; Wiener Stadtr. Art. 139 (auf die uberteur); Prager Sch.U. b.Stobbe-Lehmann Anm. 11 (pignus in residuo valore).

71 Köhler S. 28 ff.; Stobbe-Lehmann Anm. 1314; Schröder,R.G. S. 712; Kieler Stadtb. Nr. 568; Wiener Stadtr. Art. 139; Münch. Stadtr.Art. 446; Tomaschelc, Iglauer Oberhof S. 69 Nr. 57. Zum Teil ging auchdie frühere Klage vor, falls kein vorstehender Gläubiger Einsprache erhob;Stobbe-Lelimann Anm. 15. Unrichtig meint v. Meibom S. 454ff., es habeallgemein Prävention gegolten.