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Viertes Kapitel. Die begrenzten dinglichen Rechte.
Mangels anderer Abrede bezieht er die Früchte zu eignem Vorteilals Ersatz für die dem Schuldner gewährte Nutzung des Geldes(Ewigsatzung, Pfandschaft) 21 . Dann wurde aber, falls der Wert derFrüchte den angemessenen Zinssatz überstieg, sein Nutzungsrechtzugunsten des Schuldners mit einem Zins belastet 22 oder auf einenTeil der Früchte eingeschränkt 23 . Daneben kam die Satzung mitder Abrede auf, dafs die Früchte von der Schuld behufs derenallmählicher Tilgung abzurechnen seien (Todsatzung, Satzung aufTodsehlag) 24 .
Der Verpfänder behält das Eigentum. Er bleibt mangelsanderer Vereinbarung zur Veräufserung der Sache befugt 25 . SeineEigengewere ruht, soweit sie nicht durch Vorbehalt von Nutzungenoder Zins in Wirksamkeit erhalten wird 26 . Er kann sich aber dievolle Gewere wieder verschaffen, indem er durch Zahlung der
21 v. Meibom S. 399 ff’.; Heusler II 143; Stobbe-Lehmann a. a. 0.Anm. 24—25 u. 37; Urk. v. 1197, 1276 u. 1314 b. Kraut Nr. 34-36. InFrankreich wurde dafür der Name „mortgage“ üblich; Franken S. 7 ft'.,123 ff. — Das kanonische Recht erblickte darin einen Verstofs gegen dasWucherverbot; c. 1, 2, 8 X de usuris (5, 19). Zum Teil half man sich mitder Schenkung der Nutzungen; v. Meibom S. 343. Über die Wucherfrageim französ. R. vgl. Franken S. 124 ff., 130 ff., 183 ff.
22 Kollier S. 165 ff.; S tob b e-L eh man n Anm. 26.
23 v. Meibom S. 345 Anm. 265; Neumann, Wucher S. 195; KöhlerS. 86 ff., 103 ff; Stobbe-Lehmann Anm. 27. Oft auch Vorbehalt einzelnerNutzungen; Urk. v. 1197 b. Kraut Nr. 34.
24 v. Meibom S. 399 ff.; Neumann S. 184; Köhler S. 130 ff, 136;Lewis, Die Succession des Erben S. 104 Anm. 11; Heusler II 143; Stobbe-Lehmann Anm. 32; Huber IV 786 Anm. 3; Urk. v. 1333 b. Kraut Nr. 37(alz lange, biz ich di 300 m. darabe genomen von dem nutz); Urk. b. Lörschu. Schröder Nr. 113 u. 297; Kölner Schreinsurk. I 81, 92, 131. Allgemeingeboten im Rrünner Schöftenb. c. 572, Wiener Stadtr. Art. 146 u. 147 u. b.Purgoldt III, 55.— Im französ. R. heifst die Todsatzung „vifgage“; FrankenS. 143 ff. — Über das nord. R. v. A m i r a I 202 Anm. 1, II 228 ff
25 Nicht selten bedingt sich der Satzungsgläubiger ein Vorkaufsrecht aus;Urk. um 1192 b. Köhler S. 299 ff; Urk. v. 1212 b. Lörsch u. SchröderNr 112; Kölner Schreinsurk. I 80; Rauli IV 182 Anm. 49; Rehme, Lüh.Oberstadtb. S. 147; Stralsunder Stadtb. S. 60, 122, 164.
20 In den in Anm. 22—23 angeführten Fällen ist die Fortdauer einer sichbetätigenden Eigengewere zweifellos. Ebenso beim Pfandlehen. Auch ein blofserAnerkennungszins genügt; vgl. Köhler S. 165. Im übrigen wird die Fort-dauer einer Eigengewere, wie sie Alb recht S. 99 u. 144, Budde S. 434,Neumann S. 181, Beseler S. 436 u. A. annehmen, neuerdings verneint;Stobbe, Gewere S. 464 ff, v. Meibom S. 356, Huber, Gewere S. 27. Alleinauch die ruhende Gewere ist noch Gewere; oben § 113 S. 201 Anm. 60. Sonstkönnte der Eigentümer gar nicht veräufsern.