§ 155. Das Grundpfandrecht im älteren deutschen Recht.
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Vorbehalt des Einlösungsrechts die lehnrechtliche Satzung als be-sonderes Rechtsgeschäft auf 16 .
Die Begründung der Satzung erfolgte durch rechtsförm-liche Einräumung einer liegensehaftlichen Gewere, die als Satzungs-gewere oder pfandliche Gewere sowohl von der Eigengewere wievon jeder sonstigen Sachgewere spezifisch verschieden war 16 .Regelmäfsig war die Vornahme des dinglichen Rechtsgeschäftesvor Gericht oder Rat erforderlich 17 . Eine Auflassung fand dabeinicht statt 18 . Nähere Bestimmungen über Umfang und Inhalt desRechts trafen in freier Mannigfaltigkeit die Pfandverträge, die dieSatzungsgewere ungleich bemessen, bedingen oder befristen, durchVorbehalte einschränken oder mit Pflichten belasten konnten 19 .
Der Pfandnehmer erlangt am Grundstücke ein dinglichesRecht, das ihm Anspruch auf tatsächliche Sachherrschaft verschafft.Er nimmt das Gut in seine leibliche Gewere, er hat es in „Nutzund Gewere“ und schaltet mit ihm als einem „brukliken pande“ 20 .
vgl. Stobbe, Krit. V.Schr. IX 291 ff., Ilöpken S. 84 ff., Sohin a. a. 0. S. 9,Köhler S. 97 ff., P mit schart S. 259 ff.
15 Die „Belehnung auf Treue“ zur Sicherung der Schuld gibt Lehns-gewere; vgl. Sachs. Lehnr. Art. 55 § 1, II o m e y e r S. 343 ff. Dagegen ent-steht aus der geliehenen Satzung, die im Sachs. Lehnr. Art. 55 § 8 noch ver-worfen wird, weil sie weder Lehen noch Satzung sei, eine lelmrechtlich aus-gestaltete Satzungsgewere. Vgl. Homeyer S. 345 ff., v. Meibom S. 385 ff.,Köhler S. 290 ff. Wenn v. Meibom noch weiter Pfandlehn und Lehnspfandunterscheiden will, so findet sich hierfür kein Anhalt in den Quellen; vgl.Köhler S. 293 ff.
16 Bayr. Landfr. v. 1281 § 16 (Zöpfl, R.A. II 313): Swer stille gwerbringen wil an einem gut, der sol nennen, welich gewer er bringe, eigensgweroder lehensgwer oder satzunggwer. Urk. v. 1382 b. Halt aus s. v. Pfands-gewaer. Oben § 113 S. 200 Anm. 56.
17 Sachsensp. I Art. 8 § 1, Lehnr. Art. 55 § 8; Rechtsb. n. Dist. I, 46d. 4; Bayr. L.R. Art. 32; Münch. Stadtr. Art. 205; Lüb. R. b. Hach II 24.v. Meibom S. 311 ff.; Ilöpken S. 75; Stobbe-Lehmann § 144 Anm. 46.An manchen Orten genügte aber außergerichtliche Bestellung; v. MeibomS. 321 ff., Stobbe-Lehmann Anm. 47, Würzburger Urk. b. K o h 1 e r S. 321 ff.,327 ff — Erbenlaub war erforderlich; Magd. Syst. Schöffenr. IV, 2, 47 b. Kraut§ 102 Nr. 32, Ileusler II 142. — Die Institute der Verschweigung und derrechten Gewere fanden Anwendung; v. Meibom S. 309 ff., Ileusler II 142.
18 Oben § 117 S. 279 Anm. 55; Heusler II 141; Stobbe-LehmannAnm. 48; Rehme S. 121 ff. — Unrichtig v. Meibom S. 318.
19 Köhler S 257 ff. Die Pfandgewere konnte daher auch nach Art derLeibzuchtgewere ausgestaltet werden. Beim Pfandlehen wurde sie mit Vasallen-pflicht verknüpft.
20 Urk. v. 1415 b. Kr aut § 102 Nr. 9, v. 1446 ib. Nr. 39; v. Meibo m S. 341 ff.