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Viertes Kapitel. Die begrenzten dinglichen Rechte.
IV. N ä li e r r e c k t e kraft G e in e i n s c li a f t s r e c li t s. In
der Gebundenheit der Anteile bei deutschrechtlichen Gemeinschafts-verhältnissen wurzelt die Ganerbenlosung (retractus ex jurecondominii). Dieses Näherrecht entwickelte sich seit dem Mittel-alter aus der Abschwächung der gesamten Hand bei Gemeinschaften,bei denen die Anteile der Gemeiner im übrigen frei veräufserlichwaren oder wurden 40 . Von der späteren Gesetzgebung wurde esvielfach in alles Miteigentum an Liegenschaften eingeführt 50 undoft auch auf das Miteigentum an beweglichen Sachen erstreckt 51 .Daneben erfuhr es bei bestimmten Arten der Gemeinschaft einebesondere Ausprägung 62 . Im französischen Recht erhielt es sichbei der Erbengemeinschaft 68 .
Das B.G.B. hat das gesetzliche Vorkaufsrecht unterMiterben zu gemeinem deutschem Recht erhoben 64 . Im übrigen
aus der gesamten Hand. Der Lehnsretrakt zeigt die Besonderheit, dafs er denrevokatorischen Anspruch aus unbewilligter Veräußerung nicht aufgezehrthat, sondern ergänzt. Näheres im Lehnrecht.
49 So namentlich früh bei ritterlichen Ganerbschaften; WippermannS. 28 ff. Ferner bei Agrargenossenschaften mit veräußerlichen Nutzungsan-teilen; Gierke a. a. 0. S. 604, S. 611, Heusler, Inst. II 61 Anm. 5. Bis-weilen auch bei Gewerkschaften; Op et, Z. f. Bergr. XXXIV 807, Gierke a.a. 0. I 379, Stobbe-Lehmann § 98 Anm. 5. Desgleichen bei der Reederei;nord. Rechte b. W agner, Seerecht I 216 Anm. 6, Hans. Rez. v. 1591 Art. 54,Hans. Seerecht III, 14, Ilamb. Stadtr. II, 14 Art. 31. Allgemein bei gemein-schaftlichem Eigentum an städtischen Grundstücken nach manchen Stadtrechten;Münch. Stadtr. Art. 213 u. 268, Goslar. Stat. S. 23 Z. 7 ff, Frankf. R. b. T h o m a s,Oberhof S. 486 Nr. 64, Eisenach. R. b. Purgoldt I 98; anders Rechtsb. n.Dist. II, 4 d. 15 (nur, wenn der Teilhaber zugleich Erbe ist).
B0 Frankf. Ref. I, 6 § 8, II, 5 § 1—12; Lüneb. lief. II, 5; Saarbrück.L.R. II Art. 4 § 2; Hadel. L.R. II, 11; Ilohenloh. L.R. III, 5 § 9 ff.; Nassau-Catzenelnbog. L.O. I c. 6 § 23; Lindauer, Kemptner, Salzburg. R. b. Roth,Bayr. C.R. II § 142 Anm. 12; Ansbach. R. u. andere Stat. b. NeubauerS. 136 nur für Häuser; Schweiz. R. b. Huber IV 698 Anm. 17, 723 Anm. 22.Vgl. Walch S. 390 ff., Beseler S. 398, Stobbe-Lehmann § 98 Anm. 24.
61 Bayreuth. Landeskonst. VI, 5; Treufs. L.R. I, 17 § 61—62, 65 u. Ges.v. 2. März 1850 § 4; Bayr. Laiult.A. v. 10. Nov. 1861 III § 28, dazu Roth II185 ff., Neubauer S. 135 ff. Auch Anteile an Vermögensinhegriffen und anRechten unterliegen hier dem Retrakt. Doch in Preußen nach der Meinungdes R.Ger. XIX Nr. 54 nicht Anteile an Forderungen. Wohl aber der Anteilan der ungeteilten Erbschaft; O.Trib. Entsch. XXXIV 146, R.Ger. XXXIII Nr. 69.
52 Oben Anm. 49. Bei der Reederei, bei der es im Preufs. Seer. v. 1727II, 5 u. im Preufs. L R. II, 8 § 1437 ff anerkannt war, wurde es durch H.G B.Art. 470 aufgehoben.
53 Code civ. Art. 841; Zachariae-Crome II 524 ff
64 B.G.B. § 2034—2037; Komm. v. Planck, Wilke, Frommhold, Herz-