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2 (1905) Sachenrecht
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§ 153. Die gesetzlichen Näherreclite.

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Er entwickelte sich im Mittelalter als Näkerrecht des Grundherrnan den nach Hofrecht verliehenen Bauerngütern, seitdem undsoweit deren Veräufserlichkeit durchdrang 40 , und wurde später inmanchen Gesetzen allgemein dem Obereigentümer eines Grund-stücks beigelegt 41 . Auch bei der städtischen Häuserleihe war viel-fach ein Näherrecht des Zinsherrn anerkannt 42 , das in dem Näher-recht des Rentengläubigers an dem belasteten Grundstück nach-wirkte 43 . Mitunter wurde auch umgekehrt ein Näherrecht desUntereigentümers beim Verkauf des Obereigentums eingeführt 44 .Nachwirkungen hiervon waren, wie es scheint, die Näherrechte desRentenschuldners heim Verkauf des Rentenrechts 46 und des Zehnt-pflichtigen beim Verkauf der Zehntberechtigung 46 . Aus demgeltenden Rechte sind diese Näherrechte fast ganz verschwunden.Doch hat sich hier und da mit dem geteilten Eigentum ein gesetz-liches Vorkaufsrecht des Grundherrn bis heute erhalten 47 .

Eine besondere Ausbildung erfuhr das herrschaftliche Näher-recht im L e h n s r e t r a k t (retractus feudalis), der nicht nur demLehnsherrn, sondern auch den Lehnsfolgern zusteht 48 .

40 Gierke a. a. 0. II 202 Anm. 21, Heusler II 62 Anm. 7, Stein-häuser S. 128; Grimm, W. I 8, 25, 29, III 343 § 11, 706 § 6, 736 § 17, IV 2,V 49 § 24, VI 198 § 9 u. andere VII 328329 s. v.Näherrecht der Herrschaftoder des Stiftsvogts angef. Stellen.

41 Vgl. Nürnb. Ref. XXIII 5 u. 13, Bayreuth. Landeskonst. VI § 9, Bayr.L.R. IV, 5 § 14, liannov. R. b. Grefe I 346, wiirtt. R. b. Wächter I 524 ff.,Preufs. L.R. I, 18 § 710712; Walch S. 68 ff., 402 ff., Beseler S. 398, Stobbe-Lehmann § 120 VI. Dem blofsen Gerichtsherrn, dem früher das Näher-recht manchmal zugestanden hatte (vgl. z. B. Grimm, W. I 106, 335), wurdees überwiegend versagt; Walch S. 40911.

42 Arnold, Zur Gesch. des Eigent. S. 154 ff., 179 ff.; Bamberg. R. IV§ 4244 b. Zöpfl S. 15 ff.; Duisburg. R. § 18 b. Gengier, C.J.M. I 958;Wimpfener R. v. 1404 § 39 b. Schröder, Z. f. R.G. IX 417; Urlc. v. 1401 b.Lörsch u. Schröder Nr. 260 (241).

43 Oben § 151 S. 758 Anm. 30.

44 Württ. L.R. II, 16 (Wächter I 526); Graubündner Artikelbrief v. 1526b. Steinhäuser S. 127 ff.

46 Oben § 151 S. 758 Anm. 30.

46 Preufs. L.R. II, 11 § 94; braunschw. R. b. Steinacker S. 531 ff.

47 So in Braunschweig; vgl. A.G. z. B.G.B. § 52, wonach die gesetzlichenVorkaufsrechte des Erbzinsherrn und des Eigentümers der Emphyteuse nichteintragungsbedürftige dingliche Rechte sind. In Mecklenb.-Sch-werin; A.V. z.B.G.B. § 381. In Schwarzb.-Rudolst.; Neubauer S. 139.

48 Während der Retrakt des Lehnsherrn Ausflufs des Obereigentums ist(Walch S. 400 ff.), stammt der Retrakt der Agnaten als eine Art Erblosungaus dem Erbenwartrecht und der Retrakt der Mitbelehnten (Walch S. 380 ff.)