§ 153. Die gesetzlichen Näherrechte.
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schon das Beispruchsrecht, auf die Erbgüter beschränkt 16 . Mit-unter wurde das Näherrecht nach dein Vorbilde des Beispruchs-rechts nur den jeweilig nächsten Erben eingeräumt 17 , meist aberwurde es auch entfernteren Erben zugestanden 18 . Doch blieb derKreis der Näherberechtigten nicht nur auf die erbberechtigtenBlutsfreunde eingeschränkt 19 , sondern wurde vielfach noch engerbegrenzt, indem man nur die Verwandten der näheren Grade zumRetrakt zuliefs 20 oder Verwandtschaft bestimmter Art forderte 21 .Immer blieb den näheren Verwandten der Vorrang vor den ent-
16 Recht des alten Landes p. 43; Bremer Ritterr. 1.13 p. 34; Lüneb. Ref.II,,4 § 1; Nassau-Catzenelnbog. L.O. I, 5 § 2; Saarbrück. L.R. II Art. 4; Wimpf.Stadtr. III, 4 § 4; Jülich-Berg. L.R. c. 98; Knrköln. L.R. t. 15 § 1; Preufs.A. L.R. II, 4 § 231 (nur Güter, die schon zwei Familienglieder vor dem Yer-■äufserer besessen haben); Balt. P.R. Art. 1655, 1656 u. 1659 (in Esthland nurdie schon vom Grofsvater ererbten Güter, in Livland alle Erbgüter). Vgl.Walch S. 350 ff., Dahlmann p. 14 sq.
17 So nach Hamb. Stadtr. II, 8 Art. 3, Sponheim. L.R. c. 106 § 2, Landr.v. Lingen v. 1642 III § 21, Zweibrück. U.G.O. c. 106, Stat. v. FrankenhausenII 23; vgl. auch Schröder, Z. f. R.G. IN 415, Zimmerle S. 201 Anm. 15,Beseler Anm. 8, Stobbe-Lehmann Anm. 7, Steinhäuser S. 120.
18 So schon Freiburg. Stadtr. v. 1520 Bl. 35 b, Solms. L.O. t. 12 usw.;Beseler Anm. 8, Stobbe-Lehmann Anm. 7, D ahl mann p. 62 sq.; Stein-häuser S. 120.
16 Daher kein Näherrecht des Ehegatten; Walch S. 313. Ebensowenigaus Adoption; Walch S. 314. Singulär ist die Berücksichtigung der Schwäger-schaft im Kehdinger L.R. t. 21 § 1.
20 Bis zum 10. Grade (Köln. L.R. XV § 1, Wildenbr. L.R. II, 3 § 4); biszum 8. (Erfurter Retrakts-O. § 1); bis zum 6. (Köln. Ges. v. 1789 § 4) oder3. kanon. Komput. (Budjad. L.R. Art. 18, Nassau-Catzenelnbog. L.O. I c. 5);bis zum 5. (Solms. L.O. II, 12 § 17, Schauenb. L.O. c. 16); bis zum 4. (TirolerL.O. V, 8, Trier. L.R. XX § 45, Bayr. L.R. IV, 5 § 3); bis zum 3. (Lüneb. Ref.VI, 5 § 1, R. des alten Landes p. 43, Kob. Stat. Art. 16, Grimm, W. V 70§ 12). Mitunter werden von den Seitenverwandten nur Geschwister oder Ge-schwisterkinder (Braunschw. Stadtr. v. 1532 § 139, Urlcdb. I 309) oder nur Ge-schwister (Holienloh. L.R. III, 5 § 3) zugelassen oder die Seitenverwandtenganz ausgeschlossen (Ivursächs. Konst. II c. 32). Vgl. Walch S. 366 ff., II ahl -mann p. 63 Anm. 14, Beseler Anm. 10, S to b b e-Le hmann Anm. 10, Stein-häuser S. 121, Erdmann S. 557.
27 Das Preufs. L.R. II, 4 § 233 beruft nur die Schwertmagen. Unter demEinflüsse des Lehnreclxts wurde manchmal Abstammung vom ersten Erwerber■des Grundstücks gefordert; Köln. L.R. XV § 2, Lüneb. Ref. II, 4 § 1, Ilohenloh.L.R. III, 5 § 3 u. 5, Stobbe-Lehmann Anm. 9, Steinhäuser S. 120; un-richtig verallgemeinert von Walch S. 312. — Die eignen Kinder des Ver-äufserers wurden bisweilen ausgeschlossen, falls sie noch in väterlicher Ge-walt stehen (Trier. L.R. XX § 10, Lüneb. Ref. II, 4 § 1, Wildenbr. L.R. II, 3§ 11, Köln. G. v. 1789 § 3, Zweibrück. U.G.O. c. 106, Frankenhaus. Stat. II