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Viertes Kapitel. Die begrenzten dinglichen Rechte.
schiedene Fälle bestimmt 87 oder den im Auslande befindlichen oderminderjährigen Berechtigten längere Fristen bewilligt 88 . Der Laufder Frist beginnt, falls das Näherrecht als dingliches Vorkaufs-recht behandelt wird, mit dem Tage, an dem der Verkauf ohnegehöriges Angebot an den Nähergelter oifenkundig geschlossen oderöffentlich verkündigt ist 89 oder der übergangene Nähergelter vomAbschlufs des Verkaufes Kenntnis erlangt hat 90 . Wo dagegen das
Nachbarlosung gilt nach § 655 eine gesetzliche Frist von 6 Monaten nach derÜbergabe.
87 So für verschiedene Arten des Näherrechts; z. B. Ilohenloh. L.l!. III,5 § 23 (90 Tage bei der Erblosung, sonst 30 Tage); Ilohenzoll. L.O. t. 39 b.Kraut § 135 Nr.4 (1 Jahr bei der Marklosung, sonst 30 Tage); älteres Bad.II. b. Walch S. 287 (Jahr und Tag bei der Marklosung, sonst 4 Wochen.).Ferner gegen einheimische und auswärtige Besitzer: vgl. Mainzer L.R. t. 24§ 4 (6 Wochen u. 6 Monate); Lindauer R. b. Walch S. 287 (6 Jahre gegenFremde); BündnerStat. b. Steinhäuser S. 11611. (10, 12 oder 20 Jahre gegenFremde); einzelne Bündner Stat. geben sogar gegen Landesfremde den ewigenZug, vgl. unten § 153 S. 792 Anm. 35. Andere Sonderfristen b. SteinhäuserS. 115 u. 116.
88 Zugunsten der Landesabwesenden ist oft die im übrigen verkürzteFrist von Jahr und Tag festgehalten; Grimm, W. III 551, VI 632 § 6, R.des Amtes Hagen Art. 4, Jülich-Berg. L.R. Art. 98, Bündner Stat. b. Stein-häuser S. 115. Anderswo gilt für sie eine Frist von 2 Jahren (Osnabrück.
R. b. Walch S. 289, Trier. L.R. XX § 4), von 9 Jahren (Grimm, W. I 16§ 49), von 9 Jahren u. 9 Tagen (ib. I 46 § 17); nach-Iladeler L.R. II, 11 beiUnkenntnis sogar von 30 Jahren 6 Wochen 3 Tagen. Manche Gesetze lassenfür sie die Frist erst von der Anwesenheit an laufen; Solms. L.O. II, 12 § 4,Wildenbruch. L.R. II, 3 § 7. — Längere Fristen für Minderjährige nachTrier. L.R. u. Solms. L.O. a. a. O.; im übrigen wird ihnen meist die Resti-tution versagt; Walch S. 279, Seit ff. VII Nr. 82, Bayr. L.R. IV, 5 § 4, 9,.Mainzer L.R. t. 24 § 7.
89 Grimm, W. I 16 § 49, 46 § 51, V 133 § 19 (nach ofnung u. fertigungdes kaufs), 158 § 11 (nachdem u. der kauf offen wirt); Wurster L.R. t. 6 Art. 18;Budjad. L.R. Art. 21 (anders nur bei böslicher Verheimlichung); Mainzer L.R.t. 24 § 7 (ohne Rücksicht auf Unwissenheit, Abwesenheit oder Minderjährig-keit); Lüneb. Ref. II, 4 § 1; R. v. Ilagen Art. 4; Jülich-Berg. L.R. c. 98; Lüb.Stadtr. III t. 7; Sponheim. L.R. c. 106 § 11—12; Kurköln. L.R. XV § 1 u.Erläut. II; Trier. L.R. XX § 1, 3; Württ. L.R. II, 16; Bayr. L.R. IV, 5 § 4;Bündner Stat. b. Steinhäuser S. 117; Walch S. 293 ff.
90 So nach gemeinem Recht; Fichard, Consil. II Nr. 34 § 12, Leyser,Spec. 195 Nr. 3—4, Walch S. 260, Walter § 392 Anm. 3; vgl. über daslangobard. Lehnr. oben Anm. 83. Auch viele Partikularrechte fordern seitdem Verfall der öffentlichen Kundmachung Kenntnis des Berechtigten; vgl.Freiburger Stadtr. v. 1520 b. Kraut § 130 Nr. 5, Solms. L.O. II, 12 § 3, Keh-dinger L.R. t. 21 § 4, Gotting. Stat. v. 1642 § 3, Breidenb. R. b. Stammler
S. 28 ff., R. des alten Landes a. a. O. IV 43, Ilohenloh. L.R. III, 5 § 23,