§ 152. Das Nähen-echt überhaupt.
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durch ausdrücklichen oder stillschweigenden Verzicht 80 , durcheine etwa noch zulässige Rückgängigmachung des Verkaufes 81 ,durch Tod des Berechtigten vor Erhebung der Klage 82 und durchAblauf der für die Geltendmachung bestimmten Frist. Der Ver-lust der Ausübungsbefugnis durch Zeitablauf war ein Fall derdeutschrechtlichen Verschweigung 83 . Später wurde er als eineeigentümliche Art der Verjährung aufgefafst, behielt aber diewesentlichen Züge der Verschweigung bei. Dabei behauptete sichim gemeinen Recht die alte Frist von Jahr und Tag 84 . In denPartikularrechten wurde die Frist meist erheblich abgekürzt 85 ,selten verlängert 86 . Zum Teil wurden ungleiche Fristen für ver-
80 Über (lie Fälle, in denen bei Trennung des Näherrechts vom Vorkaufs-recht ein Verzicht auf die Ausübung des Näherrechts angenommen wird,während bei der regelmäfsigen Form des Näherrechts die Ausübungsbefugnisgar nicht entsteht, vgl. oben Anm. 45—46.
81 Vgl. oben Anm. 33 u. 44.
82 Reinkingk, De retractu consang. q. 2 p. 58; Stobbe-Lehmann§ 119 Z. 9 e. Unrichtig verneinen Walch S. 315 u. llenaud S. 274 sogar denÜbergang nach Eintritt der Rechtshängigkeit.
83 Entsprechend der Verschweigung des Beispruchsberechtigten. Vgl.Immerwahr, Die Verschweigung S. 38 ff. Dazu II F. 9 § 1: annali silentio,ex quo sciverit computando; II F. 26 § 13: si per annum ex quo scivit tacuit.Hadeler L.R. II, 11: ewig Stillschweigen. Grimm, W. I 46 § 17: so sol inein gewer dabi schirmen.
84 Walch S. 261; Bülow u. Ilagemann V Nr. 25; Eichhorn § 104;Renaud S. 280; Gengier S. 394; Walter § 392; Mittermaier § 289Anm. 11; Unterholzner, Verjährung II 277 ff. Vgl. Grimm, W. III. 13, VI372 § 67 e; Württ. L.R. II, 16 § 22, Wächter I 310, 540; Const. Saxon. IIc. 32; Lüneh. lief. II, 4 § 1; Kehdinger L.R. t. 21 § 4; Budjad. R. Art. 21;Göttinger Stat. § 3; Trier. R. b. Maurenbrecher II 174; Huber IV 724.
86 Auf 6 Monate (Kurköln. L.R. XV § 1, Jülich-Berg. L.R. Art. 98);4 Monate (Trier. L.R. XX § 1, 3); 3 Monate (Solmser L.O. II, 12 § 3, Bayreuth.Konst, v. 1722 VI § 11 b. Arnold, Beitr. II 215); 12 Wochen (Wurster L.R.t. 6); 2 Monate (Sponheim. L.R. c. 106 § 9); 6 Wochen 3 Tage (Grimm, W.
V 133 § 19); 6 Wochen (Stat. v. Duisburg § 19 b. Gengier, Cod. j. mun. 1958,andere Stadtr. b. Walch, Beitr. III 330, u. Z. f. R.G. IX 415 ff, BündnerStat. b. Steinhäuser S. 115); 1 Monat (Hohenzoll. L.O. b. Kraut § 135Nr. 4); 14 Tage (Grimm, W. III 551); 7 Nächte (ib. V 158 § 11); 3 Tage (ib.
VI 632 § 6). Vgl. Walch S. 286 ff., Stobbe-Lehmann Anm. 45, Stein-häuser S. 115.
86 So z. B. auf 3 Jahre u. 3 Tage (Grimm, W. I 46 § 17) oder 3 Jahre(ib. I, 16 § 49, Bad. L.R. Art. 1701). — Das Preufs. L.R. I. 20 § 644- 648 läßtan sich nur die ordentliche Verjährung durch Nichtgebrauch zu, gewährt aberdem Besitzer die Befugnis, durch Aufforderung an den Berechtigten für dieseneine Ausschlufsfrist (bei Grundstücken von 2 Monaten) in Lauf zu setzen; bei der