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Viertes Kapitel. Die begrenzten dinglichen Rechte.
pfändung oder sonstiger Belastung der Sache 52 ; bei Verpachtung,Vermietung oder anderweiter Gebrauchsüberlassung 88 . Bisweilenwird die Ausübung des Näherrechts auch bei dem gerichtlichenZwangsverkauf ausgeschlossen S4 .
2. Die Befugnis zur Ausübung des Näherrechts ist höchst-persönlicher Natur; sie ist unübertragbar und un-vererblich und darf auch nicht gebraucht werden, um dieSache für Rechnung eines Dritten zu erwerben 56 . Auf Ver-langen des Eigentümers mufs der Nähergelter eidlich ver-sichern, dafs er die Sache für sich haben wolle 66 . Nach manchen
wird der Retrakt zugelassen, wenn der Erwerber nur die Lieferung festerMengen von Geld und vertretbaren Sachen zusagt; Preufs. L.R. a. a. 0. § 582,Stobbe-Lehmann § 119 Anm. 20. — Ist das Geschäft seinem wesentlichenInhalte nach Kauf und nur nebenbei eine individuelle Gegenleistung desKäufers (z. B. ärztliche Behandlung oder Malen eines Bildes) bedungen, sogreift das Näherrecht Platz.
52 Doch lassen manche Quellen den Zug bei der älteren Satzung oderdem späteren Nutzpfande zu; Grimm, V. III 242 § 1, 346 § 2, V 93 § 16b;Hadeler L.R. II, 6; Jus Culm. IV, 6 c. 4; Breidenbacher R. b. StammlerS. 77; Meckl. Stat. in Z. f. R.G. X 115, 118, 122; Waldecker R. b. Brumharda. a. 0. S. 15811'.; Bündner Stat. b. Steinhäuser S. 73; YValch S. 170, 434;Stobbe-Lehmann Anm. 16.
63 Walch S. 170 ff.; regelmäfsig sogar bei der Erbleihe, ib. S. 172 ff.,558 ff. — Vereinzelt aber begegnet ein Näherrecht bei Pacht und Miete;Budjad. L.R. Art. 29; Breidenbach. R. b. Stammler S. 77; Waldeck. R. b.Brumhard S. 161; Bündner Stat. b. Steinhäuser S. 73.
54 Solmser L.O. II, 12 § 12; Trier. L.R. XX § 25; Bayr. L.R. IV, 5 § 9;Wahleck. G. v. 1832 h. Brumhard S. 163; Mittermaier § 287 Anm. 11—12;Stobbe-Lehmann § 119 Anm. 25. So auch B.G.B. § 1098 mit § 512. —An sich findet der Retrakt statt; Walch S. 146 ff, Mittermaier Anm. 10,Lehmann b. Stobbe Anm. 26. So auch Lüneb. Ref. II, 4 § 10—11; Preitfs.L.R. I, 20 § 615—616 u. G. v. 13. Juli 1883 § 67 (jedoch im Versteigerungs-termin geltend zu machen): Öst. Gb. § 1074; Sächs. Gb. § 1126 (mit 30 tägigerBedenkfrist). In Preufsen gilt dies auch gegenüber dem B.G.B. für die gesetz-lichen Vorkaufsrechte fort.
65 Wa 1 ch S. 119ff.; Renaud S. 273ff.; Mittermaier § 287 V; Walter§ 390 IV; Beseler § 94 Anm. 2; Stobbe-Lehmann § 119 Z. 7; Stein-häuser S. 62 ff, 65 ff.; Preufs. L.R. I, 20 § 594; Österr. Gb. § 1074. — Überdie Möglichkeit abweichender Vereinbarung beim gewillkürten Näherrecht vgl.unten § 154 S. 800.
56 Grimm, W. IV 618 § 6, V 572 § 17; Solmser L.O. t. 12; KehdingerL.R. XXI § 3; Hohenloher L.R. III, 5 § 16; Jülich-Berg. L.R. c. 94; Ilamb.Stat. II t. 8 Art. 4; Preufs. L.R. I, 20 § 595; Walch S. 119; Beseler a. a. O.;Renaud S. 274; Stobbe-Lehmann Anm. 41; Huber IV 727 Anm. 40;Steinhäuser S. 66 ff