§ 152. Das Häher-recht überhaupt.
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gesetzlichen Nähen-echte überhaupt beseitigt 18 . Indessen wurdenauch einzelne gesetzliche Näherrechte neu eingeführt 14 und diegewillkürten Näherrechte neu belebt 16 . Das B.G.B. kennt eingesetzliches Näherrecht in Gestalt des Vorkaufsrechtes der Mit-erben und läfst die Begründung gewillkürter Näherrechte in Gestaltdes Vorkaufsrechtes an einem Grundstücke zu. Daneben könnengesetzliche Näherrechte auf den dem Landesrechte vorbehaltenenGebieten Vorkommen.
III. Wesen. Die Näherrechte bilden eine besondere Klasseder begrenzten dinglichen Rechte.
Die Zugehörigkeit der Näherrechte zu den dinglichenRechten ergibt sich aus ihrer Geschichte. Auf dem Boden des
13 Vgl. die Zusammenstellung b. Neubauer, Berlin 1880,'S. 133—145,Stobbe-Lehmann § 188 Anm. 32, Roth § 328. Der Code civ. beseitigtealle Näherrechte aufser dem Miterbenretrakt (Art. 841). Das Preufs. L.R.kennt das Näherrecht unter Miteigentümern (I, 17 § 61 ff.), unter Mitreedern(II, 8 § 1437 ff), bei Lehen (I, 18 § 209 u. 304ff), an Zehntrechten (II, 11§ 914), sowie nach Provinzialrecht Erblosung (II, 4 § 227 u. 228) und Nach-bar- und Gespilderecht (I, 20 § 650); das Ed. v. 9. Okt. 1807 III beseitigtedie Erblosung, das Ges. v. 2. März 1850 § 2 Nr. 6 u. § 4 alle Näherrechte aufserdenen aus gemeinschaftlichem Eigentum und aus Enteignung. In Schleswig-Holstein waren seit 1798 u. 1799, in Nassau seit 1808, in Kurhessen seit V. v.3. Aug. 1822 alle gesetzlichen Näherrechte aufgehoben; in Hannover wurdensie in einigen Städten (K raut § 19 Nr. 1—3) und allgemein durch G. v.
24. Dez. 1872 beseitigt. In Bayern hob das G. v. 10. Nov. 1861 die gesetz-lichen Näherrechte aufser denen aus Gemeinschaft auf. Das Sächs. B.G.B.kennt keine Näherrechte. In Württemberg liefe das G. v. 2. März 1815 nurdie Erblosung bei lehnbaren Stammgütern bestehen. Vollständige Aufhebungder gesetzlichen Näherrechte in Baden durch G. v. 21. Juli 1839 (anders nochBad. L.R. Art. 577 c li bei Stammgütern). Ebenso Grofsh. Hess. V. v. 15. Mai1812. Meckl.-Schwer. V. v. 17. Dez. 1832 für die Städte. Oldenburg. V. v.
25. Juli 1814 § 13 u. G. v. 28. März 1852. Weim. G. v. 9. Dez. 1865. Meining.G. v. 15. Apr. 1865. Gotha. G. v. 28. März 1870. Altenb. G. v. 1819, 1825 u.1851. Schaumburg-Lippe G. v. 4. Juni 1810 (aufser dem später erloschenenBürgerretrakt). Lübeck. G. v. 25. März 1848 § 11 u. 10. Febr. 1862 Art. 28.Bremer Erb- und Handf.O. v. 1833 § 12. Hamburg. G. v. 12. Apr. 1871. — InÖsterreich verschwanden die letzten gesetzlichen Näherrechte mit der Auf-hebung des gutsherrlichen Verbandes und des Lehnsverbandes. — In derSchweiz erhielten sich nur in einzelnen Kantonen (Basel, Schwyz, Nid-walden, Berner C.G.B. Art. 819-833) Überreste der Zugrechte; Huber III265 ff. Der Schweiz. Entw. § 673 (Vorentw. § 682) kennt ein gesetzliches Vor-kaufsrecht unter Miteigentümern eines Grundstücks.
14 So das gesetzliche Vorkaufsrecht des Enteigneten und das der Mit-erben bei Anerbengütern.
15 Infolge der Erneuerung des Grundbuchrechts; unten § 154 S. 798 ff.
Binding, Handbuch. II. 3. II: Gierke, Deutsches Privatrecht. II. 49