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Viertes Kapitel. Die begrenzten dinglichen Rechte.
herabsetzung bei Gutsvemugening eintritt * 11 * IV . Die Zinse werdenohne Mahnung an den für die einzelne Zinsart herkömmlichen odervereinbarten, meist jährlichen Zinstagen fällig 12 . Ursprünglich galtals Regel, dafs der Zinsherr den Zins auf dem belasteten Gute zuholen habe 13 ; manche Zinse aber mufsten dem Zinsherrn zu Hausund Hof gebracht werden 14 , und allmählich wurde der Bringzinszur Regel und der Holzins („Gatterzins“) zur Ausnahme 15 .
3. Folgen der Nichtleistung. Wegen versäumter Zinsehatte einst der Zinsherr das Recht eigenmächtiger Pfändung derauf dem Gute vorhandenen Fahrnis 16 . Vielfach traten Verzugs-bufsen hinzu, die bei den „Rutscherzinsen“ in der Verdoppelungoder noch öfter sich wiederholenden Vervielfältigung des ge-schuldeten Betrages bestanden 17 . Äufsersten Falles konnte derZinsherr sich an das Gut halten 18 . Bei den nach Hofrecht ver-liehenen Gütern zog fortgesetzte Zinssäumnis den Heimfall des
L.R. § 710 ff. Vgl. auch Preufs. L.R. II, 7 § 488-493, Öst. Gb. § 1133, StobbeAnm. 39.
11 Hannov. V. v. 23. Juli 1833 § 15 (b. Kraut Nr. 18).
12 Die Zinstage fielen teils mit den allgemeinen Gerichtstagen zusammen,teils auf bestimmte Festtage (Ostereier, Pfingstlämmer, Fastnachtshühner,Michelshähne, Martinsgänse). Das Preufs. A. L.R. 11, 7 § 478 gewährt vierWochen nach dem Verfalltage Frist.
13 Sachsensp. I Art. 54 § 2. Über die weitverbreitete Bestimmung, dafsder Zinssammler das Zinshuhn, wenn eine Wöchnerin im Hause ist, zurück-lassen mufs, Gierke, Humor S. 14.
14 Über den Gegenanspruch der Zinsenden auf Bewirtung Grimm, R.A.1 544 (394) ff., Maurer, Fronli. III 307 ff., Gierke a. a. 0. Anm. 10, Huber
IV 777.
16 Mittermaier § 179 Anm. 6—11; Gengier § 82; Bluntschli § 94Z. 6; Seuff. XXII Nr. 157. A. M. Stobbe Anm. 33.
16 Oben Bd. I 340 Anm. 23, 26 u. 27.
17 Urk. v. 773 b. Kraut Nr. 11; Sachsensp. II Art.54 § 2; Schwabensp.(W.) c. 69; Ruprecht v. FreisingI, 59; Grimm, W. I 305, III 393, 563, IV 2, 6;andere Stellen b. Stobbe, Vertragsr. S. 32 ff., Maurer, Fronr. S. 343 ff.,Löning, Vertragsbruch I 81, Mittermaier § 180 Anm. 2, Huber IV 775Anm. 10. Abgeschafft in Bayern durch Beil. IV zu V.U. v. 1818 § 14. —Über andere Verzugsbufsen Löning a. a. O. S. 254 Anm. 11, Sickel, Ver-tragsbruch S. 52 ff. — Übergang der Gefahr nach Grimm, W. I 103 (KrautNr. 13).
18 Schwabensp. (W.) c. 69: „so sol sich der herre des guotes underwindenmit des richters boten“. Öffn. v.Laufen b. Grimm, W. I 104: so mugent si dazhus u. die hoffstat, acker, wisen . . oder was denn zü dem güt gehört angriffen,mit versetzen ald mit verkouffen, als verr, untz das si der zins, die je dennuszständ, u. der freflin, die denn von der zins wegen gevallen sind, gentzlicligewert werden.