§ 150.
Grundzinse, Zehnten und Fronden.
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Ihrem Inhalte nach waren die Grundzinse ursprünglichüberwiegend Naturalzinse, die in Korn oder anderer Frucht,Hühnern oder Eiern, Tierfellen, Wachs oder Honig, Wein oderBier, Pfeffer usw. zu entrichten waren 5 . Doch kamen frühzeitigdaneben Geldzinse auf 8 .
Nach dem belasteten Gut waren namentlich die auf demBoden selbst ruhenden Zinse (z. B. Hubgeld, Wurtzins, Gartenhuhn)und die auf das darauf erbaute Haus gelegten Zinse (z. B. Herd-geld, Rauehhuhn oder Rauchpfennig) zu unterscheiden 7 .
2. Leistung. Der Zins ist in gehöriger Qualität und-Quantität zur rechten Zeit am rechten Orte zu leisten. BeimNaturalzinse ist im Zweifel Mittelgut solcher Art, wie es auf demGrundstücke gewonnen wird, zu entrichten 8 . Doch wird der Zinsin der festen Menge unabhängig vom Gutsertrage geschuldet 9 , so-weit nicht durch besondere Bestimmungen ein Anspruch auf Zins-nachlafs bei Mifswachs gewährt wird 10 oder eine dauernde Zins-
nur den kraft eines Ilerrschaftsverhältnisses begründeten, bald auch denrecktsgeschäftlicli übernommenen Zins; Folgerungen auf die privatrechtlicheoder feudale Natur des Zinses liefsen sieb daraus nur gewaltsam ableiten.Vgl. ältere Literatur b. Mittermaier § 176 Anm. 5—12; ferner Eiebborn§ 252, Maurenbreclier I 724 u. 740, Duncker § 43, Beseler S. 418.
5 Anfänglich waren die Naturalzinse stets als Abgaben vom Gutsertragegemeint, später begegnen aueb Abgaben ohne engeren Zusammenhang mit demGutsertrage; Huber IV 777 Anm. 14.
6 Im späteren Mittelalter haben sie in manchen Gegenden schon dieNaturalzinse fast verdrängt; Iiuber IV 777.
7 Letztere vervielfältigen sich mit der Anlegung neuer Hofstätten. Mandarf ihnen aber deshalb nicht mit Stobbe a. a. 0. Anm. 31 die Natur vonReallasten absprechen.
8 Strube, Rechtl. Bed. III Nr. 122; Bülow u. Hagemann, Prakt.Erört. VII Nr. 75; Mittermaier § 179; Beseler § 98 a III; Bluntschli§ 94 Z. 5; Stobbe a. a. 0. Anm. 34; R.Ger. I Nr. 129. Vgl. auch Preufs.L.R. II, 7 § 475. — A. M. Roth Anm. 7, Seuff. XXIV Nr. 256 (mittlereempfangbare Qualität).
9 Urk. v. 1206 b. Kraut § 116 Nr. 14; Urk. v. 1347 u. 1348 b. Mone,Zeitschr. VI 346, 347, 356; Urk. v. 1318 b. Iiuber IV 776 Anm. 12; Osten-.Gb. § 1134; Maurenbrecher I 745; Mittermaier § 179 Z. 6; Bluntschli§ 92 Z. 7; Gengier § 82 Z. 3. — Ist die zu leistende Frucht nicht gewonnen,so schreiben manche Quellen Abführung des Zinses in Geld vor; Urk. des10. Jahrh. b. Kraut Nr. 15; andere ältere Urk. b. Hub er a. a. 0.; Preufs. L.R.§ 476—477. Andere Nachlieferung im nächsten Jahr; Urk. v. 1388 b. Hubera. a. 0.; Grimm, W. VI 589 § 10.
10 So schon in vielen mittelalterlichen Quellen; Stobbe, Vertragsr.S. 243, Arnold, Eigent. S. 184 ff., Heusler II 182 Anm. 17, Huber IV 776Anm. 12. Braunschw. V. v. 1740, Hess. v. 1759 b. Mitterm aier Anm. 14. Bad.